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DER KONSTRUKTEUR 9/2020

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DER KONSTRUKTEUR 9/2020

KONSTRUKTIONSELEMENTE

KONSTRUKTIONSELEMENTE VOM ERSTEN SERIEN- SCHALTSCHRANK ZU WERTSCHÖPFUNG 4.0 PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Noch vor wenigen Jahrzehnten war ein Schaltschrank ein einfacher „Blechkasten“, der in Sonderanfertigung hergestellt wurde. Heute kann der Anwender aus einer Vielzahl standardisierter Lösungen wählen. Dem Elektrokonstrukteur erleichtern darüber hinaus Software-Tools und vollständige Daten für den digitalen Schaltschrank- Zwilling den Engineering-Prozess. Tauchen Sie ein in die Geschichte der Schaltschranktechnik … Die Rudolf Loh KG, Elektrogerätebau – später Rittal – wurde am 1. April 1961 von Rudolf Loh gegründet. Neben dem damals schon bestehenden Unternehmen Hailo-Werk, das mit Haushaltsgeräten im Konsumgütermarkt etabliert war, sollte ein zweites Standbein in der Investitionsgüterindustrie geschaffen werden. Dabei rückte die Fertigung von Schaltschränken in den Blick. Bis dahin hatte die elektrotechnische Industrie diese selbst gefertigt oder in externen Blechwerkstätten herstellen lassen. Diese Einzelanfertigungen waren teuer, ihre Lieferzeiten lang und die Qualität schwankte. Die Idee des Vertreters eines Elektrogroßhandels, Schaltschränke in Großserie zu bauen und als Standardprodukt anzubieten, schien Rudolf Loh aussichtsreich. Dies war die 01 Beim ersten modularen Reihenschaltschrank werden individuelle Kundenwünsche mit den Vorteilen der Serienfertigung verbunden 02 Auf der Hannover Messe 2018 feierte Rittal die Premiere seines Großschranksystems VX25 mit innovativem 25-mm-Maßraster Autoren: Hans-Robert Koch, Steffen Maltzan, beide RITTAL GmbH & Co. KG, Herborn Geburtsstunde des ersten Serienschaltschranks: Der AE wurde mit über 35 Millionen produzierten Exemplaren das meist verwendete kompakte Gehäusesystem der Welt und setzte bis zu seiner Ablösung durch den neuen AX im Jahr 2019 einen weltweiten Standard. DER BEGINN DES MODULAREN SCHALTSCHRANKBAUS 1969 firmierte das Unternehmen um in Rittal-Werke Rudolf Loh KG, benannt nach dem Unternehmenssitz „Ritterhausen im Dietzhölts tal“. Mit dem Reihenschaltschrank RS kam eine neue Erfindung: der erste modulare Schaltschrank in Gerüstbauweise mit Zubehör für den Ausbau wie Verbindungsrahmen, Lochschienen sowie Trenn- und Seitenwänden. 1978 entwickelte Rittal die Oberflächenbehandlung von Schaltschränken weiter. Stand der Technik war damals die Spritzlackierung, die den Nachteil hatte, dass Hohlräume häufig unlackiert blieben. Das neue Verfahren sah eine Eisenphosphatierung als Vorbehandlung und ein hochmodernes Elektrophorese-Tauch - ver fahren vor. So etwas gab es nur bei führenden Automobilher - 01 02 30 DER KONSTRUKTEUR 2020/09 www.derkonstrukteur.de

stellern. Mit der Industrie automatisierung ergänzte Rittal in den folgenden Jahren sein Produktportfolio. Ein großer Meilenstein in der Schaltschranktechnik war die Erfindung des Anreihsystems PS 4000 im Jahr 1985. Mitte der achtziger Jahre gab es weltweit kein anderes System mit vergleichbarer Komponentenvielfalt. Mit der Variante als Datenverteiler vollzog Rittal vier Jahre später den ersten Schritt in ein völlig neues Marktsegment: die Informationstechnologie. Heute gilt der Systemanbieter als ein führender Anbieter für IT-Lösungen vom IT-Rack über das modulare Rechenzentrum bis hin zum Edge und Hyperscale Computing. ENDLICH UNENDLICHE MÖGLICHKEITEN Der TS 8 löste mit dem Slogan „Endlich unendliche Möglichkeiten“ 1999 den PS 4000 ab. Der Kern des TS 8 war das 16-fach profilierte Vertikalprofil, das neben einer hohen Stabilität auch eine zweite Montageebene bot und ein Anreihen in alle Richtungen ermöglichte. Zu diesem Bestseller gehört ein intelligenter Systembaukasten. Mit dem Slogan „Rittal – Das System.“ definierte das Unternehmen ein Systemprogramm aus aufeinander abgestimmten Gehäusen und Schaltschränken, Stromverteilungen, Klimatisierungstechnik, IT-Infrastrukturen sowie Planungs- und Konfigurations-Tools und Service. SOFTWARE UND PROZESSE FÜR INDUSTRIE 4.0 Um für den Steuerungs- und Schaltanlagenbau Lösungen nach Industrie 4.0 zu schaffen, hat Rittal gemeinsam mit seinem Schwesterunternehmen Eplan die Bereitstellung von hochwertigen Produktdaten mit großen Schritten vorangetrieben. Gemeinsam stellen die Unternehmen heute zukunftsweisende Lösungen für integrierte Wertschöpfungsketten im Steuerungs- und Schaltanlagenbau bereit. Im Fokus stehen durchgängige Engineering-Tools, standardisierte Systemtechnik sowie automatisierte Bearbeitungsmaschinen, die einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, Wertschöpfungsketten zukünftig noch effizienter zu realisieren. Zusammen mit den Maschinen von Rittal Automation Systems entsteht ein umfassendes Lösungsprogramm für den Steuerungs- und Schalt anlagenbau. Natürlich entwickelte Rittal auch die passende Schaltschranktechnologie für diese neuen Anforderungen: 2018 kam das Großschranksystem VX25 auf den Markt. Es ist das erste Schaltschranksystem, das vollständig entlang den Anforderungen nach erhöhter Produktivität im Steuerungs- und Schaltanlagenbau und denen von Industrie-4.0-Wertschöpfungsketten entwickelt wurde. Über 25 angemeldete Schutzrechte und Auszeichnungen wie der German Innovation Award 2019 belegen den hohen Innovationsgrad des VX25. Mit der Vorstellung der Kompaktschrankserie AX und der Kleingehäuse KX führt Rittal auch sein etabliertes Standardprodukt, den AE, in die digitale Zukunft. AX und KX bieten nicht nur einfachere und schnellere Montage sowie höhere Flexibilität und Sicherheit. Sie wurden zur Systemlösung für Industrie 4.0 weiterentwickelt und an künftige Anforderungen angepasst. Das Ergebnis: 30 % schnellere Montage, 30 % mehr Raum für Kabel und 30 neue Funktionen. Für die Anwender ergänzt auch der AX damit passgenau das gemeinsame Angebot von Rittal und der Schwesterfirma Eplan, um die Prozesse in Engineering, Konstruktion und Produktion zu einer durchgängigen Wertschöpfungskette zu kombinieren. Seit Juli 2020 gibt es den AX übrigens auch in Kunststoff, passend für den Outdoor-Einsatz und raue Umgebungen. Bilder: RITTAL GmbH & Co. KG www.rittal.com ENGINEERING-TOOLS Von der Planung, Projektierung und Konfiguration von Schalt- und Steuerungsanlagen bis hin zur Überwachung von IT-Infrastrukturen unterstützt Rittal Konstrukteure mit einer Vielzahl intelligenter Tools bei der Implementierung und Verwendung von Schaltschranksystemen. Mit dem Produktkonfigurator RiCS kann der Konstrukteur Schrankprodukte nach seinen Anforderungen inklusive erforderlichem Systemzubehör auswählen und erhält hochwertige techn. Daten, die er bei seiner weiteren Konstruktion verwenden kann. So reduziert der Einsatz dieses Wertschöpfungskettentools Planungs zeiten sowie den Konstruktionsaufwand deutlich. Mit Rittal Therm lässt sich der Klimatisierungsbedarf vorab exakt berechnen. Eine Projektierung über das Tool Rittal Power Engineering führt schnell zu einer sicheren Stromverteilung und spart Kosten und Zeit.

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