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Der Konstrukteur 09/2022

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Der Konstrukteur 09/2022

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK 01 02 SICHER IN POSITION PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Beim vertikalen Einsatz von Lineareinheiten war es häufig gängige Praxis, die Last allein durch die im Antriebsmotor vorhandene Bremse zu halten. Für Mitarbeiter, die sich im Gefahrenbereich aufhalten, bleibt damit jedoch ein Restrisiko, denn die Vertikalachse kann ungewollt absinken. Wir stellen Ihnen einige Lineareinheiten vor, die mit einer zusätzlichen pneumatischen Feststellbremse einen sicheren Halt garantieren. Muss Service-Personal den Bearbeitungsraum einer Maschine betreten, sind die Antriebsachsen in einen gefahrlosen Zustand zu versetzen. Hängen an den vertikalen Achsen noch schwere Lasten, können diese aufgrund der Schwerkraft absinken. Um dies zu verhindern, sind die Vertikalachsen üblicherweise mit Bremsen im Antriebsmotor gesichert. „Verschmutzungen oder mechanischer Verschleiß können deren Wirkung allerdings stark beeinträchtigen“, erläutert IEF-Produktberater Thomas Hettich. Zudem befinden sich Ulrich Moser, Leitung Marketing & Vertriebscontrolling bei IEF-Werner zwischen der im Motor integrierten Bremse und dem Grundkörper der Achse mehrere Übertragungsglieder wie Kupplungen oder Zahnriemen, die versagen könnten. Dazu besteht die Gefahr, dass es beim Demontieren eines Motors zum Beispiel bei Wartungsarbeiten zu einem plötzlichen Absinken der Last kommt und die Mitarbeitenden erheblich gefährdet werden. ZUSÄTZLICHES BREMSELEMENT IN DER LINEAREINHEIT Für Konstrukteure und Maschinenbauer gilt es bei der Risikobeurteilung, das ungewollte Absinken der Vertikalachsen zuverlässig zu verhindern. Damit reicht bei vielen Applikationen die Feststellbremse im Motor nicht mehr aus. Anwender fordern deshalb immer öfter ein zusätzliches Bremselement, das in der Linear- 30 DER KONSTRUKTEUR 2022/09 www.derkonstrukteur.de

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK 03 01 Externe Feststellbremse an einer Lineareinheit 02 Kompakt: eine im Schlitten integrierte Feststellbremse 03 Bei der integrierten Bauweise ist nur der Pneumatikanschluss für das Klemmelement zu sehen einheit integriert oder außen angebaut werden kann. IEF-Werner bietet nun optional Feststellbremsen für verschiedene Zahnriemen- und Spindelachsen an. Je nach Lineareinheit ist ein Klemmelement mit einer Haltekraft zwischen 400 und 750 N verbaut. „Die Bremskraft wirkt stets auf die Führungsschiene – je größer diese ist, desto größer ist die Klemmkraft“, sagt Hettich. Die Feststellbremse ist energielos geschlossen und pneumatisch betätigt offen. Fünf Millionen statische Klemmzyklen und bis zu 500 dynamische Bremszyklen sind möglich. KERNKOMPETENZ: IDEEN UND LÖSUNGEN Raffinierte Ideen sind das Resultat aus mehr als vier Jahrzehnten Erfahrung in der Herstellung modularer Komponenten und Applikationen. Damit realisieren gut 165 Mitarbeiter bei IEF Werner kundenspezifische Maschine – aus Komponenten werden Positioniersysteme, und aus Positioniersystemen werden bedarfsindividuelle Applikationen bis hin zur vollautomatischen Fertigungslinie. Im Mittelpunkt stehen die Handhabungsaufgaben verschiedener Branchen, zum Beispiel der Automobilindustrie, Medizin-, Elektro- und Feinwerktechnik sowie der Halbleiterindustrie, die das Unternehmen aus Furtwangen im Schwarzwald durch spezialisierte und schlüsselfertige Automatisierungssysteme löst. PASST AUCH, WENN ES ENG WIRD Sobald die Achse stromlos geschaltet oder die Regelung deaktiviert wird, ist die Feststellbremse aktiv – zum Beispiel, wenn ein Mitarbeiter die Maschine abends abschaltet oder wenn die Schutztüren im laufenden Betrieb geöffnet werden, nachdem die Lineareinheiten stillgesetzt wurden (Safe Torque Off STO). Aufgrund der kompakten Einbaumaße bevorzugen es Anwender, dass die Feststellbremse in die Achse integriert ist. Damit ist der FÜR KONSTRUKTEURE GILT ES BEI DER RISIKOBEURTEILUNG, DAS UNGEWOLLTE ABSINKEN DER VERTIKALACHSEN ZUVERLÄSSIG ZU VERHINDERN Einsatz auch bei beengten Platzverhältnissen möglich. Allerdings muss der Schlitten eine bestimmte Länge haben, damit sich die Bremse integrieren lässt. „Der Schlitten ist dann zum Beispiel bei der Lineareinheit Modul 160/15 300 mm lang“, beschreibt Hettich. Bewährt hat sich die neue Lösung bereits in der Lineareinheit Modul 160/20 ZR10. Der Automatisierungsspezialist bietet diese Option jetzt auch für weitere Zahnriemen- und Spindelantriebe an, zum Beispiel für die Lineareinheiten mit Zahnriemen Modul 80/15 und Modul 160/15 oder die Spindelachse Profiline 140 – jeweils mit einer Klemmkraft von 400 N. Bilder: IEF Werner www.ief.de www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2022/09 31