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Der Konstrukteur 09/2022

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Der Konstrukteur 09/2022

KLARTEXT QUO VADIS

KLARTEXT QUO VADIS HYGIENIC DESIGN? UWE KLOTZ Teamleiter Produktentwicklung, Otto Ganter, Furtwangen Bei Normteilen, die in hygienesensiblen Bereichen eingesetzt werden und beispielsweise in direkten Kontakt mit Lebensmitteln oder pharmazeutischen Produkten kommen, ist es wichtig, dass diese nicht durch fremde Stoffe kontaminiert werden. Deshalb ist die richtige Auswahl von Edelstählen und Elastomeren unabdingbar. Weiterhin werden Maschinen, in denen Normteile zum Einsatz kommen, nass gereinigt. Das heißt, das Design der Teile sollte ein effektives Reinigen zulassen. Die Produkte müssen daher eine sehr gute Oberflächen beschaffenheit von Ra < 0,8 µm aufweisen und ohne scharfe Ecken und schöpfende Formen gestaltet sein. Außerdem kommt seitens Industrie immer wieder die Frage nach verschiedenen Elastomeren auf, die dem entsprechenden Einsatz aber auch den verwendeten Reinigungsverfahren standhalten. Hier sind also die passenden Dichtwerkstoffe gefragt. Die Grundidee von Hygienic Design ist klar: Kontaminationen jeglicher Art werden vermieden, gleichzeitig werden Zeit und Kosten bei der Reinigung gespart. Doch EHEDG, 3A oder die Werkstoff vorgaben der FDA – die Liste der Hygiene-Anforderungen ist lang. Worauf es bei der Konstruktion eines Hygienic-Design-Produkts ankommt – wir fragen nach. DIE RICHTIGE WERKSTOFFWAHL IST UNABDINGBAR HYGIENISCHE ANFORDERUNGEN VERSCHÄRFEN SICH STETIG SPECIAL SAMUEL RASCH Produktmanager beim Heinrich Kipp Werk, Sulz am Neckar Bei der Entwicklung von Produkten im Hygienic Design gilt es, die gängigen Gestaltungsvorschriften einzuhalten. Darunter fallen z. B. eine Oberflächengüte von Ra < 0,8 sowie die Vermeidung von Toträumen, Ecken und Kanten – denn die Komponenten müssen sich einfach reinigen lassen. Auch die Materialauswahl muss auf die jeweilige Anwendung abgestimmt sein. Gerade in der Lebensmittelindustrie verschärfen sich die hygienischen Anforderungen stetig, um die Produktsicherheit zu gewährleisten und Rückrufaktionen durch Verunreinigungen zu vermeiden. Anlagenhersteller sollten flexibel auf die Entwicklung reagieren und sicherstellen, dass ihr Personal entsprechend geschult ist. Unabhängige Zertifizierungsstellen prüfen, ob Bauteile den hohen Standards entsprechen. Auf Nummer sicher gehen Hersteller mit Produkten, die speziell für hygienesensible Bereiche entwickelt wurden – zum Beispiel mit der Produktlinie Novonox Hygienic von Kipp. 72 DER KONSTRUKTEUR 2022/09

KLARTEXT MARC BRAUN, B.SC. Leitung Produktmanagement bei Escha, Halver Bei der Entwicklung von industrieller Anschlusstechnik im Hygienic Design kommt es insbesondere auf zwei Aspekte an: Hygiene und Prozesssicherheit. Vor allem in den Fertigungsbereichen, in denen Lebensmittel mit Anlagenteilen in Kontakt und anschließend wieder zurück in den Verarbeitungsprozess kommen können – der sogenannten Kontaktzone – sind diese Aspekte besonders wichtig. Damit sich keine Lebensmittelrückstände ablagern, dürfen Steckverbinder in dieser Zone keine Schmutznester aufweisen. Die M8- und M12-Steckverbinder von Escha wurden deswegen im Hygienic Design entwickelt, das sich an EHEDG-Vorgaben orientiert (European Hygienic Engineering & Design Group). Darüber hinaus garantieren FDA-konforme Materialien und eine hochwertige TPE-Leitungsqualität eine hohe Resistenz gegenüber Ecolab-zertifizierten Reinigungs- und Desinfektionsmitteln. Dadurch bleiben selbst bei der in der Nahrungsmittelindustrie eingesetzten Dampfstrahlund Hochdruckreinigung alle wichtigen dichtenden (IP67, IP68, IP69) und optischen Eigenschaften der Steckverbinder langfristig erhalten. WIR ORIENTIEREN UNS KLAR AN DEN EHEDG-VORGABEN WIR PFLEGEN EINEN INTENSIVEN AUSTAUSCH MIT UNSEREN KUNDEN ANTON IVANOV Branchenmanager für die Bereiche Lebensmittel, Getränke, Medizin und Verpackung, FS Engineer (TÜV Rheinland) bei der Schmersal Gruppe, Wuppertal Hygienesensible Branchen wie der Nahrungsmittel- und Pharmamaschinenbau stehen bei Schmersal schon seit vielen Jahren im Fokus. Wir pflegen einen intensiven Austausch mit unseren Kunden, und auch aufgrund unserer Mitgliedschaft im „Packaging Valley Germany e. V.“ kennen wir die Anforderungen der Industrie sehr genau. Hygienegerechte Maschinen und Komponenten müssen so beschaffen sein, dass das Risiko einer (mikrobiellen) Kontamination so gering wie möglich ist. Das heißt, sie müssen über glatte Oberflächen verfügen und dürfen keine Toträume aufweisen, in denen Verunreinigungen haften bleiben könnten. Sie müssen darüber hinaus gut zu reinigen und erforderlichenfalls zu desinfizieren sein. Diesen Anforderungen entspricht unser umfassendes Produktprogramm an hygienegerechten Sicherheitskomponenten, das in dieser Vielfalt einzigartig auf dem Markt ist. Die Produkte unseres „N-Programms“ verfügen zudem über die nötigen Zulassungen, die für hygienesensible Bereiche erforderlich sind, wie etwa Ecolab, EHEDG oder FDA. www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2022/09 73