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Der Konstrukteur 11-12/2021

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Der Konstrukteur 11-12/2021

ELEKTROTECHNIK /

ELEKTROTECHNIK / INDUSTRIEELEKTRONIK KLEINE STECKER, GROSSE WIRKUNG In den komplexen Anlagen zur Herstellung von Reinstwasser sind elektrisch angetriebene Ventile verbaut. Hierfür sind kompakte und zuverlässige Steckverbindungen nötig – am besten mit digitalem Zwilling zur einfachen Elektroplanung. PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Aus Leitungswasser machen Anlagen von GTec Reinstwasser für die Pharmaindustrie. Das ist Wasser ohne mikrobielle Verunreinigungen, Ionenfracht und gelöste Gase. Bevor eine Anlage die Produktion in Winsen südlich von Hamburg verlässt, wird sie auf einem Prüfstand auf Herz und Nieren getestet; dazu gehört auch das Fluten mit Wasser. Die größten Modelle messen ein Viertel eines Schiffscontainers und bereiten bis zu 15 000 l Trinkwasser pro Stunde zu Reinstwasser auf. Jeden Monat verlässt eine Anlage das Werk. Diese Anlagen werden vor allem von der Pharmaindustrie eingesetzt, die zur Herstellung von Medikamenten Wasser ohne jegliche Verunreinigung benötigt. Über verschiedene Aufbereitungsstufen wird das Trinkwasser enthärtet und gefiltert, Hauptstufe ist eine Umkehrosmose, eine Membran, die im Wasser gelöste Ionen zurückhält. Durch eine andere Aufbereitungsstufe werden an einer semipermeablen Membran Gase entzogen, eine UV-Anlage baut Chlor ab, zum Schluss erfolgt eine elektrochemische Deionisation und schließlich eine Ultrafiltration. Danach ist das Wasser so rein, dass es sogar als Wasser für Injektionszwecke in Infusionslösungen verwendet werden darf. ANSCHLUSSTECHNIK, DIE PASST Bernd Müller, freier Journalist, Bonn Elektrisch angetriebene Ventile sorgen in diesen komplexen Anlagen dafür, dass das kostbare Wasser stets die richtigen Wege nimmt. Bislang wurden die Ventile über 7/8"-Stecker mit 230 V gespeist, womit der Stecker fast so groß war wie das Ventil. „Wir haben eine Lösung gesucht, die Platz spart und trotzdem für die Anwendung zugelassen ist“, sagt Marco Koscielny, bei GTec zuständig für die elektrotechnische Planung und Projektabwicklung. Er entscheidet darüber, welche Kabel und Steckverbinder verwendet werden. In den vergangenen Jahren fiel die Entscheidung zunehmend auf Lapp, den Weltmarktführer für integrierte Technologie- und Verbindungslösungen. AUCH STECKER SOLLEN GUT AUSSEHEN Auch bei der Suche nach Ersatz für die klobigen 7/8"-Stecker wurde Koscielny bei Lapp fündig. In den neueren Anlagen werden sie ersetzt durch Epic-M12-Power-Stecker mit S-Codierung. Auch die dreiphasigen Zirkulationspumpen werden mittlerweile mit M12- Power verkabelt. Sie sind nicht einmal halb so groß wie die zuvor eingesetzten Industriesteckverbindungen, haben trotzdem eine hohe Leistungsdichte, halten einen Strom bis 12 A aus und damit auch den geforderten Anlaufstrom der Pumpen von 8,5 A. Dank BEI LAPP STEHT DIE LÖSUNG DES PROBLEMS IM VORDERGRUND, NICHT DER DRANG, PRODUKTE AN DEN MANN ZU BRINGEN der kleineren Steckverbinder lassen sich kleinere Ventile verwenden. „Bei unseren Anlagen achten wir auf die Ästhetik des Aufbaus und auf ein aufgeräumtes Innenleben“, betont Koscielny. „Mit den M12-Steckverbindern sieht es einfach besser aus.“ M12-Stecker sind keine Erfindung von Lapp, vielmehr sind sie im Programm jedes Anbieters elektrischer Verbindungstechnik zu finden. Hier sind oft Details für die Auswahl entscheidend – das kann durchaus auch die Farbe sein. Der hier verwendete Stecker ist schwarz, und das sieht gut aus. Aber die Optik allein ist nicht entscheidend. Qualität und Verlässlichkeit von Produkt und Service müssen ebenfalls stimmen. 40 DER KONSTRUKTEUR 2021/11-12 www.derkonstrukteur.de

ELEKTROTECHNIK / INDUSTRIEELEKTRONIK 01 ZEITERSPARNIS DURCH KONFEKTIONIERTE LEITUNGEN Zunehmend ordert GTec fertig konfektionierte Leitungen in Sonderlängen, die Lapp mit Steckverbindern liefert. Anfangs waren es nur konfektionierte Unitronic-Leitungen, mit denen GTec die Sensoren der Anlagen vernetzt. 600 Stück dieser Sensorleitungen benötigt der Betrieb pro Jahr. Der Aufwand, die Stecker selbst zu montieren, sei hoch, die Konfektionen von Lapp sparen erheblich Zeit und senken die Fehlerquote. Die Kabel mit den M12-Power-Steckern konfektionieren die Monteure bei GTec aber noch selbst – aufgrund der geringen Stückzahlen und der individuellen Längen lohne sich das noch nicht. „Aber wo es sinnvoll ist, wollen wir in Zukunft immer konfektionierte Leitungen verwenden.“ Die Monteure müssten sie nur noch einstecken, elektrische Fehler seien nahezu ausgeschlossen. DIGITALE ZWILLINGE ALS WETTBEWERBSVORTEIL Die beschriebenen M12-Power-Stecker waren aber nur ein Intermezzo. Inzwischen ist GTec auf Ventile mit 24 V umgestiegen, die sogar nur einen normalen M12-Steckverbinder benötigen – mit A-Codierung, der Ströme bis 4 A übertragen kann. Die Leitungen mit diesen Steckern bezieht der Betrieb nun ebenfalls konfektioniert vom Verbindungsspezialisten. Ein weiteres, zunehmend wichtiges Entscheidungskriterium für Kunden seien vollständige Daten zur Elektroplanung mit Software-Werkzeugen wie Eplan, sagt Patrick Maischatz, Produktmanager für Epic-Steckverbinder. Hierfür stellt Lapp digitale Zwillinge bereit, die der Ingenieur per Mausklick aus einer Bibliothek holt und im Schaltplan platziert. Diese enthalten neben dem Anschlussbild auch alle Maße, sodass der Planer die Platzierung beispielsweise in einem Schaltschrank optimieren kann. „Vollständige Daten sind ein klarer Wettbewerbsvorteil“, so Maischatz. Kein Hersteller von Steckverbindern verfolge das so konsequent wie Lapp. 02 03 Bilder: Aufmacher mashe – stock.adobe.com, Sonstige GTec und U. I. Lapp www.lappkabel.de 01 Bei den Wasseraufbereitungsanlagen wird auch auf Ästhetik und ein aufgeräumtes Innenleben geachtet 02 Zum Einsatz kommen kompakt konzipierte Komponenten wie der Epic-M12-Power-Steckverbinder von Lapp 03 Auch die Peripheriebaugruppe der Steuerung passt ins Gesamtbild

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