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Der Konstrukteur 11-12/2021

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Der Konstrukteur 11-12/2021

MASCHINENSICHERHEIT

MASCHINENSICHERHEIT SCHRITT FÜR SCHRITT ZUR CE-KENNZEICHNUNG Mit dem CE-Kennzeichen dokumentiert ein Hersteller, dass er alle für sein Produkt relevanten europäischen Binnenmarktrichtlinien berücksichtigt hat und dass alle zutreffenden Verfahren zur Konformitätsbewertung angewendet wurden. Der Weg dorthin erfordert viel Aufmerksamkeit und fachliche Kompetenz. Ein Spritzgieß-Spezialist greift hier auf die Expertise eines Safety-Spezialisten zurück und erhält die Gewissheit, dass die Anforderungen der Maschinenrichtlinie eingehalten werden. SPECIAL Waldorf Technik in Engen im Hegau ist auf die Entwicklung und den Bau kundenspezifischer Automationslösungen für die Entnahme und Weiterverarbeitung von Spritzgießteilen insbesondere für die Medizintechnik- und Healthcare-Branche spezialisiert. Anlagen des zur Hahn Group zählenden Unternehmens stellen Produkte wie Pipettenspitzen, Petrischalen, Reaktionsgefäße, Blutröhrchen und Küvetten her. Neben schnellen Zykluszeiten, absoluter Präzision und Langlebigkeit steht die Sicherheit an vorderster Stelle. Markus Husner, CMSE – Certified Machinery Safety Expert (TÜV Nord), Pilz, Schweiz SICHERE UND HOCHPRODUKTIVE AUTOMATISIERUNGSLÖSUNGEN Produktionsanlagen des Unternehmens bestehen aus einer Vielzahl intelligent miteinander verknüpfter Fertigungs-, Montage-, Handling- und Prüfeinheiten sowie Zu- und Abführsystemen rund um eine Spritzgießmaschine. Ein Großteil davon operiert im Rein- oder Grauraum. Waldorf Technik greift in diesem Segment auf einen langjährigen und technologisch vielseitigen Erfahrungsschatz zurück: „Unsere Kompetenz besteht darin, dass wir unseren Kunden eine modular aufgebaute, effiziente und hochproduktive Automatisierungslösung liefern, die exakt auf deren Anforderungen zugeschnitten ist – und die darüber hinaus möglichst wenig Standfläche braucht, einen hohen Bedienkom- 76 DER KONSTRUKTEUR 2021/11-12 www.derkonstrukteur.de

MASCHINENSICHERHEIT 01 Servomotorisch angetriebener Umsetzgreifer in einer Spritzgießmaschine; mit Pilz hat der Hersteller die Gewährleistung, dass Kunden sichere und komfortabel bedienbare Anlagen erhalten 02 Modular aufgebaute Anlagen wie der Drehteller mit Prüf- & Austauschstationen stellen besondere Ansprüche an die Sicherheit 01 fort sowie ein Maximum an Sicherheit bietet“, betont Simon Hall, Teamleiter Projektmanagement bei Waldorf Technik. Seit 1995 sind Hersteller verpflichtet, an ihren Maschinen das Konformitätsbewertungsverfahren durchzuführen. Mit der Unterzeichnung der Konformitätserklärung und dem Anbringen des CE-Zeichens bestätigen sie, dass ihre Maschinen alle erforderlichen Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG erfüllen. „Pilz hat für uns das komplette Konformitätsbewertungsverfahren durchgeführt: Von der Risikobeurteilung über das Sicherheitskonzept, das Sicherheitsdesign bis hin zu den mit der Validierung erforderlichen Safety Checks und Messungen sowie der abschließenden Ausstellung der EG-Konformitätserklärung“, erläutert Hall. BESONDERE ANSPRÜCHE AN DIE SICHERHEIT Modular aufgebaute Anlagen stellen besondere Ansprüche an die Sicherheit. Neben den Gefahren, die von angetriebenen Achsen, Handling- und Robotik-Einheiten ausgehen, bergen auch die Schnittstellen zwischen den Anlagenmodulen Gefahrenpotenziale. Der Anlagenhersteller muss für jeden Einzelfall das Risiko abschätzen und Maßnahmen zur Risikominderung umsetzen. Stets mit der Maßgabe, dass die gewählte Lösung weder die Produktivität mindern noch Anlass zur Manipulation geben möge. Streng genommen ist Waldorf Technik ein Hersteller von Teilmaschinen, der lediglich Einbauerklärungen ausstellen müsste. Werden jedoch bereits CE-zertifizierte Einzelmaschinen mit anderen Modulen zu einer Gesamtheit von Maschinen zusammengefügt, muss das Konformitätsbewertungsverfahren FRÜHZEITIGER EXPERTENRAT IST BEI EINEM EG-KONFORMITÄTS- VERFAHREN UNABDINGBAR samt der CE-Kennzeichnung für die gesamte Anlage durchgeführt werden. „Vermehrt werden wir von unseren Kunden angefragt, das Konformitätsverfahren respektive CE-Kennzeichnung umzusetzen“, sagt Hall. „Will man diesen Prozess, der neben technischem Sachverstand ein tiefes Verständnis der Normen voraussetzt, schnell und rechtlich sauber über die Bühne bringen, ist kompetente Unterstützung unabdingbar.“ Über eine Empfehlung wurde Waldorf Technik 2016 auf das Pilz-Dienstleistungsangebot zur CE-Kennzeichnung aufmerksam. Pilz verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Bereich Maschinensicherheit und ein hohes Maß an Fachkompetenz, um die erforderlichen Schritte der CE-Kennzeichnung und die Interpretation der Normen zuverlässig und mit der notwendigen Qualität durchführen zu können. Dabei übernimmt Pilz die Verantwortung für das Konformitätsbewertungsverfahren und bestätigt mit seiner Unterschrift als Bevollmächtigter auf der Konformitätserklärung, dass die Anforderungen der Maschinenrichtlinie eingehalten werden. Es ist in jedem Fall ratsam, bei einem EG-Konformitätsverfahren frühzeitig Expertenrat einzuholen. Die grundlegenden Entscheidungen zum Bau einer sicheren und bedienerfreundlichen Maschine fallen im Zuge der Risikobeurteilung bereits während der Konstruktionsphase. In einem iterativen Verfahren werden die Risiken fortlaufend hinterfragt. Für jede potenzielle Gefährdungssituation ist darzustellen, auf welche Weise diese gemindert oder gar aufgehoben werden kann. Aus der Risikobeurteilung folgt schlussendlich das Sicherheitskonzept. AM ENDE STEHT DIE CE-KENNZEICHNUNG Neben der Risikobeurteilung zählt die Erstellung der Verifikations-, Validierungsdokumente einschließlich der Bedienungsanleitung zum Leistungsumfang – auch der Nachweis, dass für sämtliche Sicherheitsfunktionen die geforderte Qualität tatsächlich erreicht wird. In diesem Prozess werden die elektrische Verschaltung der Sicherheitsfunktionen sowie die Tauglichkeit der verwendeten Komponenten überprüft. Sämtliche sicherheitstechnischen Maßnahmen, mechanisch wie steuerungstechnisch, werden im Rahmen der Validierung an der fertigen Anlage überprüft und getestet. Die Herausforderung bei Waldorf Technik liegt darin, dass zusätzlich Fremdmaschinen miteinzubeziehen und deren Schnittstellen zu prüfen sind. Werden die komplexen Anlagen erstmals beim Kunden vor Ort zusammengebaut und in Betrieb genommen, erfolgt auch die finale Prüfung erst dort. Hall resümiert: „Mit Pilz haben wir die Gewähr, dass unsere Kunden sichere und komfortabel bedienbare Anlagen erhalten. Gleichzeitig können wir uns darauf verlassen, dass uns jederzeit qualifizierte Berater zur Verfügung stehen.“ Bilder: Aufmacher nd300 – iStock, 01 + 02 Waldorf Technik www.pilz.com 02 www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2021/11-12 77

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