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Der Konstrukteur 11-12/2022

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Der Konstrukteur 11-12/2022

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ANTRIEBSTECHNIK GUT, WENN MAN BÄLLE IN DER LUFT HAT Ferdinand Mayr, CEO und Geschäftsführender Gesellschafter bei Mayr Antriebstechnik Das Unternehmen Mayr Antriebstechnik feiert in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen – ein Anlass, die Vergangenheit und die Herkunft genauer zu beleuchten. Wir sprachen mit dem Geschäftsführer Ferdinand Mayr aber vor allem über die Zukunft. Der Ur-Ur-Enkel des Firmengründers erklärte unter anderem die Bedeutung smarter Kupplungen und Bremsen und wie der europäische Maschinenbau seine Marktposition halten kann. PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Herr Mayr, wie geht es dem Unternehmen Mayr Antriebs technik im Moment? Aktuell geht es uns sehr gut, würde ich sagen. Emotional haben wir mit den Feierlichkeiten zum Firmenjubiläum intern und extern positive Entwicklungen ausgelöst. Inhalte aus unserer Firmenbiografie wurden auch außerhalb der Unternehmensfamilie thematisiert, was mich sehr freut. Auch als Familienunternehmen haben wir uns weiterentwickelt, denn die Übergabe vom Großvater über den langjährigen Geschäftsführer Günther Klingler auf den Enkel, also mich, wurde vollendet. Schließlich gibt es auch aus dem operativen Geschäft positive Zahlen – wir haben im Jahr 2021 über 20 Prozent und aktuell in 2022 trotz der Lieferkettensituation ca. 15 Prozent Wachstum erzielen können. Wenn Sie in der Firmengeschichte zurückblicken: Gibt es eine wegweisende Entscheidung, die grundlegend für diese erfolgreiche Geschichte ist? Das kann man so nicht sagen. Viele Entscheidungen haben ihren Nutzen erst viel später offenbart. Eine sehr wichtige Entscheidung war auf jeden Fall der Umzug von Kaufbeuren zu unserem heutigen Standort in Mauerstetten in den 70er Jahren. Der vorhandene Platz eröffnete viele Möglichkeiten und auch heute gibt es hier Ausbauflächen, die uns in der Zukunft helfen werden. Aber damals konnte diese Bedeutung wohl kaum einer erfassen. Aktuell gibt es eine ganze Reihe von Herausforderungen für Unternehmen, die Entscheidungen verlangen. Welche trifft Ihr Unternehmen, welche treffen Sie? Die aktuellen Herausforderungen sind natürlich für Unternehmen immens. Wir konzentrieren uns auf wenige, ganz konkrete Dinge. Zum einen ist da die Internationalisierung. Aktuell arbeiten wir an Niederlassungen in Japan und Indien. Wir hoffen, dass sinkende Nachfragen in den einen Märkten durch steigende Nachfrage in anderen ausgeglichen wird. Natürlich bleibt auch während aller Krisen die Digitalisierung nicht stehen, im Gegenteil. Das ganze Unternehmen soll digitaler werden, daran führt kein Weg vorbei. Wir arbeiten da an allen Bereichen, von der Prozessplanung über die Konstruktion bis zur Vertriebsstruktur. 34 DER KONSTRUKTEUR 2022/11-12 www.derkonstrukteur.de

ANTRIEBSTECHNIK Wir haben hier das Projekt DTM gestartet: Digital Transformation Mayr. Wenn wir diesen Weg beschreiten, diese Themen vorantreiben, ist mir nicht Bange, dass wir die Krisen überleben. Hat dieses Prinzip auch während der Corona-Zeit gegriffen? Absolut! Wenn auch auf unvorhersehbare Weise. Wir hatten damals schon einen Online-Produktkonfigurator vorbereitet aber noch gezögert, ihn live zu schalten. Als Corona kam, war das für uns der Startschuss. Wir hatten auch Online-Kommunikation in Form von Webinaren vorbereitet, da kam Corona sozusagen genau zur rechten Zeit. Es ist ein Vorteil, wenn man immer ein paar Bälle in der Luft hat! THINK SMART. THINK HALDER- PINS. Was können wir in Zukunft von Mayr produktseitig erwarten? Hier wird der Weg in die Zukunft darüber führen, das eigene Produkt immer besser zu verstehen und die vorhandenen Möglichkeiten besser zu nutzen. Was meinen Sie damit, wenn es darum geht die eigenen Produkte besser verstehen zu können? 75 Prozent der von uns verkauften Produkte sind mit kundenspezifischen Lösungen ausgestattet. Im Gespräch mit unseren Kunden lernen wir auch viel über unser Produkt in der jeweiligen Anwendung. Jeder Entwicklungsschritt zeigt uns anschließend weitere Schritte auf. Ein Beispiel ist die Bremsenüberwachung, welche wir seit Jahren weiterentwickeln. Durch diese Technologie können wir auch unsere bestehenden Produkte verbessern und weiterentwickeln. So ist die neue Biegeanker-Geräuschdämpfungstechnologie noch besser überwachbar und performt über die Lebenszeit deutlich besser. Empirische Erkenntnisse führen uns auf diese Weise weiter. Das ist der Weg, den wir als Mayr Antriebstechnik gehen. Was sind da konkrete Beispiele? Unsere Produkte sollen noch besser überwacht werden. Wir haben bereits den Brake-Checker und den Drive- Checker, die viele Daten bereitstellen. Welchen Nutzwert diese Daten darstellen, hängt vom Anwender ab. Wir wollen möglichst viele Daten für eine Integration in den Antriebsstrang bereitstellen. Am Ende soll ein digitaler Maschinenbau stehen, der ein durchgängiges Leistungsspektrum bis zum Service bietet. Das Werkzeug, für das Sie kein Werkzeug brauchen. Haben Sie auch so gute Antworten auf den Fachkräftemangel? Wir kümmern uns um den Nachwuchs. Der Anteil der Lehrlinge an der Belegschaft beträgt über 11 Prozent. Noch wichtiger: 60 Prozent unserer Mitarbeiter sind bei Mayr Antriebstechnik ausgebildet. Dank unserer Ferti- www.halder-pins.de