Aufrufe
vor 6 Monaten

DER KONSTRUKTEUR 11/2019

DER KONSTRUKTEUR 11/2019

MASCHINENSICHERHEIT AUF

MASCHINENSICHERHEIT AUF DER SICHEREN SEITE Technische Dokumentationen sind vielseitig und teilweise sehr umfangreich. Kommt es durch eine fehlerhafte oder unverständliche Anleitung zu Schäden, ist der Hersteller unter Umständen schadenersatzpflichtig. Eine konsistente Technische Dokumentation – von der Konstruktion bis zur Vermarktung – ist für ein Unternehmen daher Pflicht. Eine datenbankbasierte Lösung hilft ihm dabei. Eine Technische Dokumentation ist für Maschinen- und Anlagenhersteller unabdingbar. Abweichungen zwischen der Risikobeurteilung und der Betriebsanleitung oder eine unzureichende Beschreibung der vorgesehenen Anwendung können negative Folgen haben. Eine fehlende Gebrauchsdefinition einer Waschmaschine führt z. B. dazu, dass die Haushaltswaschmaschine als Industriewaschmaschine im Dauerbetrieb genutzt wird, eine Überladung der Trommel stattfindet oder falsche Materialien eingefüllt werden. Im günstigsten Fall führt die nicht ausreichend ausgeführte Beschreibung des Einsatzbereiches oder auch der bestimmungsgemäßen Verwendung zum Sachschaden, im schlimmsten Fall zum Personenschaden – bis hin zum Tod. Die Bedeutung der Technischen Dokumentation ist nicht zu unterschätzen. Daher muss die „bestimmungsgemäße Verwendung“ und somit die vorhersehbare Fehlanwendung vom Konstrukteur in der Risikobeurteilung beschrieben sein. Zusätzlich gehört ein entsprechender Absatz in die Betriebsanleitung. Dabei sollten die Angaben in beiden Dokumenten nicht voneinander abweichen. Im Idealfall finden sich die Texte eins zu eins in beiden Schriftstücken wieder. In der Praxis ist diese Umsetzung nicht so einfach, denn Konstrukteure dokumentieren technisch präzise, aber knapp und verwenden Abkürzungen und Fachterminologie. RISIKOBEURTEILUNG VEREINFACHEN Die Risikobeurteilung ist Bestandteil des Konstruktionsprozesses. Darin definierte risikomindernde Maßnahmen müssen bei der Herstellung des Produktes und Erstellung der Betriebsanleitung Berücksichtigung finden. Gemäß der Definition in der Maschinenrichtlinie ist auch ein Warnhinweis das Resultat der Risikobeurteilung. Ohne diese Angaben wäre die Maschine, aufgrund der erkannten Gefahr, ein Risiko. Ein fehlendes Piktogramm oder nicht vorhandener Aufkleber auf dem Motor mit dem Text: „Vorsicht! Verbrennungsgefahr durch heiße Oberflächen“ kann schnell zu Problemen führen, wenn in der Betriebsanleitung und in der Risikobeurteilung ein Hinweis dazu zu finden ist. Bei einer Prüfung wird dies - zu Recht – hinterfragt. Wieso ist dieser Aufkleber nicht vorhanden, wenn die entsprechende Gefährdung in der Risikobeurteilung beschrieben ist? Hat der Konstrukteur seine Sorgfaltspflicht nicht eingehalten? Um die normenkonforme Durchführung und Dokumentation von Risikobeurteilungen zu vereinfachen, entwickelte der Spezialist im Bereich Maschinensicherheit CE-Con eine entsprechende Cloud-Software. Diese unterstützt die Verantwortlichen dabei, den Anforderungen an die Sicherheit gerecht zu werden. Zu Beginn des Projektes werden Rollen definiert und die entsprechend erforderlichen Qualifikationen des Personals eingetragen. Auf diese Weise werden die Zielgruppen für die Benutzerinformationen in der Risikobeurteilung definiert. Ebenfalls wird hinterlegt, welche Schulun- WERDEN ALLE DATENSÄTZE IN EINEM SYSTEM HINTERLEGT, SCHAFFT DIES EINE EINHEITLICHE TERMINOLOGIE UND VEREINFACHT DIE KOMMUNIKATION SPECIAL Diese Beschreibungen sind jedoch nicht für alle Anleitungen geeignet und werden vom Technischen Redakteur in leicht verständliche Sätze umgewandelt. Daher sollte der Technische Redakteur den Konstrukteur bereits bei der Erstellung der Risikobeurteilung unterstützen. Er hat durch seine Arbeit einen anderen Blickwinkel auf das Produkt und kann sinnvolle Ergänzungen einbringen, die später auch in die Anleitung einfließen. Darüber hinaus erhält der Redakteur bereits in der Planungsphase hilfreiche Informationen zum Produkt, was den Aufwand für die spätere Recherche verkürzt. 84 DER KONSTRUKTEUR 11/2019

Standortunabhängig kann auf Datensätze zugegriffen werden gen, Fähigkeiten und Kenntnisse der zuständige Mitarbeiter mitbringen muss. PROZESSBEGLEITENDE TRANSPARENZ Hersteller von Maschinen und Anlagen, deren Konstrukteure und auch die Betreiber können einfacher zusammen arbeiten, wenn alle, die mit dem Produkt zu tun haben, mit einem Datenbank-gestützten System arbeiten. In einem System wie CE- Con Safety sind Informationen enthalten, die im Lebenslauf einer Maschine wichtig sind. Das Produkt ist in Baugruppen/ Komponenten aufgeteilt, die vorhandenen Gefahrenstellen und Gefährdungen, die in den bestimmten Lebensphasen einer Maschine oder Anlage werden ausführlich dokumentiert. Die Gefahrensituation wird beschrieben, das Ausgangsrisiko bewertet und im Anschluss erfolgt die Risikominimierung durch die Auswahl der Maßnahmen mittels 3-Stufenverfahren, um die verbleibende Restgefahr so weit wie möglich zu reduzieren. Der Compliance-Manager unterstützt den Anwender dabei, die notwendigen Anforderungen zu ermitteln und entsprechend zu dokumentieren. So existiert dort z. B. die Checkliste der Allgemeinen Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen. Dort wird geprüft, ob die Technische Dokumentation vollständig ist; einzelne Teile wie z. B. Schaltpläne der Maschine, werden mit einem Zeitstempel versehen, wenn die Prüfung durchgeführt wurde. Von jedem Ort kann auf die digital abgelegte Nachweisdokumentation zugegriffen werden, da es sich um eine Cloud-Lösung handelt. Auch Externe, die z. B. Förderbänder oder Verpack-Stationen als Ergänzung zur Maschine liefern, können Zugriff auf Datensätze erhalten. So ist es ihnen möglich, bspw. Schnittstellen zu dokumentieren, Gefährdungen zu hinterlegen oder auf Restgefahren aufmerksam zu machen, aber auch Betriebsanleitungen zu prüfen. Diese Zusammenarbeit vereinfacht dem Konstrukteur den Alltag, weil ihm diese Arbeiten abgenommen werden. Da alles in einem System hinterlegt wird, schafft dies eine einheitliche Terminologie und vereinfacht die Kommunikation. Darüber hinaus kann bei jeder neuen Prüfung auf die vorhandenen Daten zugegriffen werden, was für die Dokumentation im Falle einer Änderung hilfreich ist. Bilder: Ce-Con www.ce-con.de Besuchen Sie uns auf der SPS in Halle 9, Stand 460. Ihr Partner für Maschinensicherheit und Arbeitsschutz tec.nicum ist die Dienstleistungssparte der Schmersal Gruppe. Sie bietet Maschinenherstellern und Maschinenbetreibern eine kompetente, produktund herstellerneutrale Beratung. Wir unterstützen Sie bei der sicheren Gestaltung Ihrer Maschinen und Arbeitsplätze! Das tec.nicum-Team konzipiert und realisiert Sicherheitslösungen über alle Lebenszyklusphasen Ihrer Maschine. Unser Dienstleistungsangebot: tec.nicum academy Schulungen und Seminare tec.nicum consulting Beratungsdienstleistungen tec.nicum engineering Planung und Projektierung tec.nicum integration Ausführung und Montage www.tecnicum.com

AUSGABE