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DER KONSTRUKTEUR 5/2026 mit MUH

DER KONSTRUKTEUR 5/2026 mit MUH

ANTRIEBSTECHNIK

ANTRIEBSTECHNIK „anreicht“ und damit die Zykluszeit des Sauggreifers reduziert. Die dafür benötigten Geräte konnten einfach in den vorhandenen Aufbau im Schaltschrank gesteckt werden; die Versorgungseinheit war ausreichend dimensioniert, zusätzliche Einspeisungen waren nicht nötig. „Das war alles sehr einfach“, so Hoffrichter. Die Inbetriebnahme der Achsen erfolgte schnell über Movikit- Softwaremodule von SEW. Automatisierungs- und Motion- Control-Funktionen werden hier parametrisiert statt aufwendig programmiert. SEW-Eurodrive hat Module für eine Vielzahl typischer Antriebsfunktionen entwickelt. Bei der Palettenmischanlage kommen zum Beispiel Movikit Velocity Drive für Anwendungen mit Drehzahlvorgabe sowie Movikit Positioning Drive für Positionierungsanwendungen zum Einsatz. PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Mit dem SEW-Antriebssystem finden wir immer eine Lösung - sei es über die Movi-C-Geräte oder mit den Movikit-Softwarepaketen. HOLGER HOFFRICHTER, Head of Electrical & Software Engineering bei project Automation & Consulting EINFACHE VERKABELUNG, WENIGER GERÄTE Holger Hoffrichter nennt gleich mehrere Vorteile des neuen Systems: „In der Movitrac-Welt hat uns besonders die einfache Bus- Verkabelungstechnik beim Movitrac classic begeistert.“ Dabei wird ein Gerät über ein Gateway über Profinet an die übergeordnete SPS angebunden - die Geräte daneben erhalten einfache Kommunikationsmodule, der Bus wird dann nur noch durch ein Flachbandkabel „durchgeschleift“. Bis zu acht Geräte können so sehr einfach und schnell vernetzt werden. „Dadurch, dass das Bussystem einfach nur auf die Geräte gesteckt wird, muss man bei dem System gar nichts mehr an Feldbustechnik verdrahten“, so Hoffrichter. Hinzu kommt ein einheitliches Breitenraster von 30, 60 und 90 Millimetern für die Geräte, was laut Holger Hoffrichter den Schaltschrankaufbau erheblich vereinfacht. Als Multi-Achs-System Movidrive modular benötigt Movi-C nur eine Einspeisung für bis zu 32 Achsen. Damit sinkt die Zahl der Komponenten wie Bremswiderstände, Schütze und Motorschutzschalter gegenüber konventionellen Einzelachsen deutlich. Die Reglerbaugruppen werden einfach per Schienensystem an die Einspeisung angedockt. Daraus resultieren dann weitere Vorteile, wie ein geringeres Risiko, bei der Verdrahtung Fehler zu machen und ein deutlich reduzierter Platzbedarf im Schaltschrank. Zudem kann in diesem Multi-Achs-System Bremsenergie direkt in den Zwischenkreis fließen und von einer anderen Achse energieeffizient genutzt werden, statt über einen Bremswiderstand verlustreich in Wärme umgewandelt zu werden. NACHTRÄGLICHE ACHSEN WERDEN EINFACH EINGESTECKT Die Modularität des Antriebskonzepts hat sich bereits während der Inbetriebnahme bewährt: „Beim Aufbau der Anlage zeigte sich, dass das Einlegen der Zwischenlagen beim Palettierer ein Flaschenhals für die Leistung der Anlage war“, berichtet Hoffrichter. Project ergänzte daraufhin weitere Achsen für einen zusätzlichen Greifer, der die Zwischenlagen dem ursprünglichen Greifsystem IMPULS FÜR NEUES SOFTWAREMODUL Eine Funktion musste das Team um Hoffrichter jedoch selbst in der übergeordneten SPS implementieren: den Kollisionsschutz für die Verfahrwagen von Palettierer und Depalettierer, die sich jeweils auf derselben Bahn bewegen. „Schöner wäre es natürlich, wenn wir diese Funktion direkt im Movi-C-Systems realisieren könnten“, meint Hoffrichter und erklärt: „Eine Realisierung auf der SEW Steuerungsebene würde die Reaktionszeiten verbessern, da die Kommunikation zur SPS entfällt.“ Doch ein passendes Movikit-Modul gibt es dazu nicht - noch nicht. „Nach der Anfrage von project haben sich unsere Movikit-Experten darangesetzt und entwickeln aktuell ein entsprechendes Softwaremodul“, so Frank Peifer, der seitens SEW-Eurodrive das Team von Holger Hoffrichter unterstützt. Peifer arbeitet als Vertriebsingenieur für Automatisierungstechnik im Drive Technology Center West und stellt somit die regionale Nähe zum Kunden sicher. Er ist für project Ansprechpartner für alle Fragen: „Dieses One-Face-to-the-Customer funktioniert bei SEW-Eurodrive wirklich gut“, so Hoffrichter. „‘Falsche Abteilung‘, wie wir es bei Anrufen bei Mitbewerbern schon öfters gehört haben, gibt es nicht.“ FRUCHTBARE ZUSAMMENARBEIT IM INTERESSE DES ENDKUNDEN Es gibt immer eine Lösung - das ist nicht nur das Motto der project Unternehmensgruppe, sondern kennzeichnet ebenfalls die Zusammenarbeit vom Antriebshersteller und den Automatisierungsspezialisten aus Kranenburg. Das neue „Anti-Kollisions- Movikit“ wird denn auch demnächst auf der Anlage von project getestet werden. So dürfte eine zukünftige Palettenmischanlage eine noch höhere Leistung bringen und noch schneller zu implementieren sein - und dafür sorgen, dass selbst kleinere Supermärkte ihren Kunden eine große Produktvielfalt bieten können. Bilder: SEW-Eurodrive www.www.sew-eurodrive.de/movi-c MODULARER AUTOMATISIERUNGS- BAUKASTEN Mit dem modularen Automatisierungsbaukasten Movi-C bietet SEW-Eurodrive eine durchgängige Komplettlösung für den Antriebsstrang - mit Hard- und Software, von der Planung über die Inbetriebnahme bis zum Betrieb und Servicefall. Erfahren Sie mehr dazu im Video: youtu.be/BMgDYl_5_6E? 22 DER KONSTRUKTEUR 2026/05 www.derkonstrukteur.de

ANTRIEBSTECHNIK END-OF-LINE PACKAGING: GROSSE LASTEN EFFIZIENTER BEWEGEN Asynchronmotoren von Nord Drivesystems bieten durch ihre höhere Massenträgheit Vorteile im End-of-Line Packaging. Bei der Bewegung von schweren Massen gewährleisten sie eine bessere Regelung und Bewegungssteuerung als klassische Servo-Lösungen, die über ein großes Übersetzungsverhältnis an die Applikation angepasst werden müssen. Darüber hinaus ermöglichen sie eine sehr hohe Prozessstabilität, verringern Vibrationen und das Risiko einer Beschädigung der Last oder der Verpackungsmaschine. Asynchronmotoren sind wartungsfreundlich und lassen sich mit verschiedenen Getriebetypen und Frequenzumrichtern kombinieren. Im Einsatz mit dezentralen Frequenzumrichtern wie dem Nordac Flex SK 200E, Nordac Link SK 250E oder Nordac On SK 300P entfallen zudem Komponenten wie Schaltschränke und Verkabelung und der Einrichtungsaufwand ist deutlich geringer. Mit einem modularen Konzept bleibt der Antrieb außerdem flexibel: Umgestaltungen in der Anlagenarchitektur sind ohne größere strukturelle Veränderungen möglich und zusätzliche Antriebe lassen sich ohne Änderungen am Schaltschrank auch nachträglich leicht hinzufügen. www.nord.com FRÜHZEITIG PLANEN: ELEKTRIFIZIERUNG FÜR SCHALTSCHRANKLOSE AUTOMATION Zum MX-System für die schaltschranklose Maschinenautomatisierung bietet Beckhoff nun ergänzend den MX-System Designer. Das webbasierte Engineering-Werkzeug bildet die Elektrifizierung schaltschrankloser Maschinen bereits in der frühen Projektphase strukturiert ab. Maschinenbauer können damit die Elektrifizierung modularer Anlagen modellieren und validieren, und zwar von der Energieeinspeisung bis zur angebundenen Peripherie. Es handelt sich mithin nicht um einen klassischen Produktkonfigurator. Ziel ist also nicht die Auswahl einzelner Komponenten, sondern vielmehr die strukturierte Planung der elektrischen Architektur einer Maschine. Ausgehend von der Maschinenfunktion werden zunächst Aktoren, Motoren und Sensoren definiert. Daraus ergibt sich der Bedarf an Antriebsmodulen, I/O-Modulen oder Kommunikationsschnittstellen. Anschließend wird festgelegt, wie diese Funktionen auf Baseplates verteilt werden und wie die Energieversorgung strukturiert wird. Geplant wird somit nicht ein Schaltschrank, sondern die gesamte Elektrifizierung der Maschine - von der Energieeinspeisung über die Leistungs- und I/O-Ebene bis hin zur angebundenen Peripherie. www.beckhoff.com SERVOTECHNIK KONSEQUENT IN DIE MASCHINE VERLAGERN SEW-Eurodrive erweitert sein Portfolio um eine DC-basierte, dezentrale Mehrachslösung für modulare Maschinen. Die dezentrale Antriebsarchitektur von Movidyn verlagert die Servotechnik konsequent aus dem Schaltschrank in die Maschine. Im Maschinenbau und speziell in der Verpackungsindustrie verspricht dies mehr Flexibilität bei der Architektur. Gleichzeitig soll der Engineering-, Installations- und Inbetriebnahmeaufwand sinken. Nach Herstellerangaben kann das Schaltschrankvolumen in vielen Anwendungen um bis zu 80 Prozent reduziert werden - bei zudem geringerem Verkabelungsaufwand und kürzeren Installationszeiten. Bei vielen verteilten Achsen lassen sich durch die dezentrale Topologie bis zu 45 Prozent der Verkabelung einsparen. Statt aufwendiger Einzelverdrahtung erfolgt die Verteilung über eine zentrale Einspeisung und durchgängig per Plugand-Play mit standardisierten M23-Hybridsteckverbindern. Technisch basiert das System auf drei Baugruppen: dem Koppelmodul für die Verbindung zur Antriebselektronik im Schaltschrank, den Verteilermodulen zum Anschluss von bis zu fünf Motoren sowie weiterer Verteilermodule und den dezentralen Antrieben - verfügbar mit integrierter oder motornah montierter Elektronik. www.sew-eurodrive.de NEUER INDUSTRIESTANDARD BEI ZAHNKUPPLUNGEN Mit der neuen N-Zapex-Kupplungsbaureihe erweitert Flender sein Kupplungsportfolio um eine Baureihe, die auf wirtschaftliche Vorteile über den gesamten Lebenszyklus ausgelegt ist. Laut Hersteller setzt die Baureihe mit der höchsten Drehmomentdichte im Markt gepaart mit den größten Verlagerungskapazitäten einen neuen Standard für Zahnkupplungen. Die N-Zapex XN Variante steht für Standardisierung und Komplexitätsreduktion sowie ein hervorragendes Kosten- Nutzen-Verhältnis bei kleineren Baugrößen. Mehrfach verwendbare Bauteile, die größten Verlagerungskapazitäten und Bohrungsdurchmesser in ihrer Klasse sowie eine vereinfachte Installation machen die XN ideal für Anwender, die auf Effizienz und Wirtschaftlichkeit setzen. Die N-Zapex XW ist die Zahnkupplung für große Baugrößen. Mit bis zu 10 Mio. Nm Drehmoment, Langlebigkeit und Service- und Montagefreundlichkeit ist die XW-Variante geeignet für anspruchsvolle industrielle Herausforderungen. Das patentierte Hollow-O- Ring-Dichtungskonzept besteht aus einem durchgehenden Gummischlauch. Es ermöglicht große Verlagerungskapazitäten, einen schnellen Austausch ohne Spezialwerkzeug und reduziert den Aufwand im Servicefall. www.flender.com www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2026/05 23