PER LEAN-ANALYSE ZUM EFFIZIENTEN MONTAGESYSTEM Arbeitsplatz- und Montagesysteme sollen für eine hohe Produktivität in der Fertigung sorgen. Nicht selten lässt sich mit ihnen mehr herausholen, als die naheliegendste Konstruktion annehmen lässt. RK Rose+Krieger geht daher einen Schritt weiter und stellt der Entwicklung eine Analyse der Prozesse nach Kriterien des Lean-Managements voran. So entstehen passgenaue Arbeitsplatzlösungen für effizientere Prozesse. Björn Riechers, Geschäftsführer, RK Rose+Krieger, Minden MONTAGE UND HANDHABUNG Man stelle sich ein kleines Café vor. Auf der linken Seite des Servicebereichs befinden sich die Espressotassen. Auf der rechten Seite steht die Espressomaschine. Dazwischen muss der Barista stets den ganzen Raum ablaufen, um eine Bestellung auszuführen. Die Tassen hin- und herzutragen ist doch Zeitverschwendung für den Mitarbeiter, denkt sich der Café-Betreiber - und investiert in einen Roboter, der fortan die Espressotassen durch den Raum zur Espressomaschine fährt. Das fiktive Beispiel stammt aus einem Handbuch für Lean Management. Dennis Hasfeld zitiert es gerne, um eine Problemstellung vieler Betriebe zu veranschaulichen: „Wenn es in Unternehmen zur Verschwendung kommt, greifen sie gerne zu Lösungen wie ‚Automatisierung‘ oder ‚Digitalisierung‘. Diese beseitigen aber nicht die Verschwendung, sondern kaschieren sie nur - und das kostenintensiv.“ Für ihn ist das der entscheidende Punkt, an dem das Lean Management von RK Rose+Krieger ansetzt. ARBEITSPLATZSYSTEME OPTIMAL GESTALTEN Hasfeld ist Sales Development Manager bei RK Rose+Krieger. Das Unternehmen ist Spezialist für industrielle Fertigung. Es entwickelt und fertigt Komponenten und Systemlösungen aus Linear-, Profil-, Verbindungs- und Modultechnik. Ein Kompetenzbereich sind Systemlösungen für Arbeitsplätze und integrierte Montagelinien. Mit seinem breit aufgestellten Produktportfolio kann RK Rose+Krieger die unterschiedlichsten Anforderungen bedienen: Elektrische Hubsäulen zur Höhenanpassung verbessern die Ergonomie, integrierte Cobots befreien von körperlich belastenden Arbeiten, Assistenzsysteme senken die Fehlerquote. Doch wie muss die optimale Systemlösung aussehen und wie kann sie zu einem effizienten Prozess beitragen? 2023 hat RK Rose+Krieger dafür sein Leistungsangebot RK Lean-Solutions aufgesetzt, das Dennis Hasfeld heute betreut. Mit dem Programm rund um die Operational Excellence (OPEX) unterstützt der Hersteller seine Kunden beim Gestalten schlanker Prozesse gemäß den Kriterien des Lean Managements. „Wir beobachteten, dass viele Fertigungsstrukturen eher organisch anstatt planvoll weiterwachsen“, sagt Hasfeld. War beispielsweise ein Arbeitsplatz zu Beginn genau durchorganisiert, kamen über die Jahre zusätzliche Tische, Ablageflächen oder Werkzeuge hinzu. Abläufe wurden Zug um Zug umständlicher und damit unproduktiver. „Mit Hilfe von Workshops wollten wir solche festgefahrenen Strukturen aufbrechen und den Blick für eine effiziente Arbeitsorganisation schärfen.“ Im Ergebnis will das Unternehmen seinen Kunden dazu verhelfen, Durchlaufzeiten zu verkürzen, die Produktivität zu steigern und Fläche einzusparen. Das Programm umfasst inzwischen vier Services. BASIS-WORKSHOP FÜR GRUNDLAGEN DES LEAN MANAGEMENTS Im Lean-Basis-Workshop bietet RK Rose+Krieger einen ersten Überblick darüber, was Lean Management bewirken kann. Neben theoretischen Grundlagen erfahren die Teilnehmer auch ganz praktisch, wie Lieferperformance, Durchlaufzeiten und Verschwendungen zusammenhängen und die Produktivität beeinflussen. Dazu wird spielerisch eine Produktionslinie mit verschiedenen Montageschritten simuliert. Diese wird in mehreren Spielrunden nach und nach an den Lean-Prinzipien ausgerichtet. Der Erfolg jeder Optimierung wird mit Kennzahlen gemessen und belegt. Die Lean-Solutions-Workshops haben konkrete Folgemaßnahmen zum Ziel. Unter Anleitung von RK-Experten optimieren Teilnehmer für eine reale Produktionssituation ihren Arbeitsablauf auf Durchsatz und Flächenbedarf. Den Workshops geht eine gemeinsame Analyse der Vor-Ort-Situation voraus. Die Ergebnisse fließen in die anschließende Konzeptentwicklung ein. Dafür nutzt RK Rose+Krieger das sog. Cardboard Engineering. Mit Elementen aus Karton und Holzlatten erstellen die Workshop-Teil- S 6 SUPPLEMENT 2026
nehmer ein 1:1-Mustermodell ihres späteren Arbeitsplatzes. Damit können sie sämtliche Abläufe durchspielen und so lange optimieren, bis alle Beteiligten mit den Ergebnissen zufrieden sind. Innerhalb kürzester Zeit entsteht so ein praxistauglicher Arbeitsplatz nebst produktivem Arbeitsfluss. Der Prototyp kann dann kurzfristig genutzt werden, um den künftigen Ablauf auch unter realen Bedingungen zu testen. „Die Erfahrung und das Detailwissen derjenigen, die diesen Prozess tagtäglich durchführen, ist wertvoll für die Praxistauglichkeit sowie für die Akzeptanz der Lösung“, sagt Hasfeld. Der Prototyp dient RK Rose+Krieger anschließend als Modell für die Fertigung eines ergonomischen Arbeitsplatzsystems. WERTSTROMANALYSE ERHÖHT WERT- SCHÖPFUNG UND KUNDENZUFRIEDENHEIT Mit zwei weiteren Angeboten geht RK Rose+Krieger inzwischen auch über die Betrachtung einzelner Arbeitsschritte hinaus. In seiner Wertstromanalyse unterstützt das Unternehmen Kunden dabei, Prozesse sichtbar, messbar und verbesserbar zu machen. „Das ist ein essenzieller Schritt auf dem Weg zu einer schlanken, kundenorientierten und kontinuierlich lernenden Organisation“, sagt Hasfeld. Konkret zeigt sich das in den fünf Schritten der Analyse. Zunächst wird der gesamte Wertstrom vom Rohmaterial bis zum Kunden visualisiert und damit transparent gemacht. Auf diese Weise lassen sich in der nächsten Phase Verschwendungen identifizieren. Dazu gehören ineffiziente Prozesse, zu große Lager bestände, Wartezeiten oder unnötige Transportwege. ÜBERALL VERBERGEN SICH VERSCHWENDUNGEN UND DAMIT OPTIMIERUNGSPOTENZIALE Im dritten und vierten Schritt ermitteln die Lean-Manager Optimierungspotenziale für kürzere Durchlaufzeiten und richten die Prozessumstellung auf den Kundennutzen aus. Abschließend entwickeln die RK-Analysten Maßnahmen, die den Weg in eine kontinuierliche Verbesserung ebnen. Der Bedarf für die Wertstromanalyse scheint groß. „Wenn wir das Verhältnis wertstiftender Tätigkeiten zu Liege- und Wartezeiten unter die Lupe nehmen, können wertstiftende Tätigkeiten schon mal schmale fünf Prozent des Wertstroms ausmachen“, nennt Dennis Hasfeld als Beispiel. „Sehr häufig dominieren die Liegezeiten.“ Das zeigt sich in Rohmaterialien bis hin zu fertiggestellten Produkten, die mehrere Tage oder Wochen benötigen, bis sie in die Verarbeitung oder den Verkauf gehen. Die Wertstromanalyse identifiziert solche Verschwendungen und lotet die Grenzen aus, bis wann und ob überhaupt Liege- und Wartezeiten unvermeidbar werden. Ausgestattet mit passend platzierten Regalen aus Aluminiumprofilen, Transportwagen oder fahrerlosen Transportsystemen von RK Rose+Krieger entstehen am Ende auch hier schlankere Prozesse, die die Wertschöpfung erhöhen. FABRIKPLANUNG PRÜFT ZUSAMMENSPIEL DER WERTSTRÖME Die Ansätze zeigen: Überall verbergen sich Verschwendungen und damit auch Optimierungspotenziale. Einen umfassenden Blick dafür ermöglicht RK Rose+Krieger mit seiner Fabrikplanung. Der Fertigungsexperte unterstützt hier Hersteller bei der Optimierung des Zusammenspieles verschiedener Wertströme. Auf Basis der Analyse kann er auf den Bedarf zugeschnittene, verkettete Montagelinien mit seinen Arbeitsplatzsystemen erstellen. Im Ergebnis profitieren Kunden meist davon, dass Produktionsflächen und Kapazitäten freigesetzt werden. 01 Cardboard Engineering ist eine Methode, mit der RK Rose+Krieger Kunden zur optimalen Arbeitsplatzlösung verhilft 02 Kollaborative Roboter können den Werker entlasten; mit dem RK Easy Cuve ist dies auch arbeitsplatzübergreifend möglich Was hier möglich ist, veranschaulicht Hasfeld anhand eines Beispiels. So setzte eine Prozessumgestaltung nach Lean-Kriterien bei einem RK-Kunden 50 Prozent von dessen Produktionsfläche frei. Den frei gewordenen Raum konnte das Unternehmen für neue Kapazitäten nutzen. „Am Ende hatten wir nicht nur eine Steigerung von Produktivität und Kapazität; die Verschlankung ersparte dem Kunden auch die Investition in ein komplett neues Produktionsgebäude, die seinerzeit im Raum stand.“ MEHR MARGE OHNE MEHRARBEIT Alle Beratungen finden in den Betrieben zusammen mit den Prozessbeteiligten statt. Sie richten sich an fertigende Unternehmen, die neue Prozesse aufsetzen oder bestehende Abläufe optimieren wollen. Typische Anlässe sind Produktionserweiterungen, Kapazitätsgrenzen oder Margendruck. „In dem Moment, in dem wir Verschwendungen wie etwa Wartezeiten, Nacharbeiten, unnötige Bearbeitung verringern oder gar verhindern, senken wir die Gesamtkosten - und es bleibt mehr von der Marge fürs Unternehmen. Ganz ohne Mehrarbeit oder Kapazitätsausbau.“ Bilder: RK Rose+Krieger www.rk-rose-krieger.com Weitergehende Infos zum Thema finden Sie unter: www.rk-rose-krieger.com/deutsch/produkte/modultechnik/arbeitsplatzsysteme/lean-arbeitsplatz 01 02 SUPPLEMENT 2026 S 7
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