MASSGESCHNEIDERTE VAKUUM-HEBER FÜR SPERRIGE LASTEN Großformatige Blechteile, empfindliche Oberflächen und hohe Gewichte gehören bei der Fertigung von Heiz-, Kühl- und Lüftungssystemen zum Alltag. Ein Hersteller begegnet diesen Anforderungen mit einem klaren Fokus auf Ergonomie, Arbeitssicherheit und prozesssichere Handhabung. Eine zentrale Rolle spielen dabei individuell angepasste Vakuum-Hebesysteme. Seit über 50 Jahren entwickelt und fertigt das familiengeführte Unternehmen Kampmann aus Lingen Systeme zum Heizen, Kühlen und Lüften. Die rund 1 100 Mitarbeitenden entwickeln dabei an 16 Standorten weltweit große, projektspezifische Lösungen für Bürogebäude, Handelsflächen sowie Industrie- und Logistikhallen, die passgenau auf die jeweiligen Anforderungen der Betreiber zugeschnitten sind. Im Vergleich zu Wohnräumen erfordern die genannten Nicht- Wohngebäude deutlich höhere Luftvolumenströme und entsprechend dimensionierte Geräte. Daraus ergeben sich hohe Anforderungen an die Fertigung und Montage: Großformatige Bleche und schwere Baugruppen müssen sicher, präzise und materialschonend gehandhabt werden. ERGONOMIE UND ARBEITSSICHERHEIT IM FOKUS Alexander Grünloh ist bei Kampmann als Projektmanager in der Fertigungstechnik tätig. „Regelmäßig führen wir Arbeitsplatzbegehungen gemeinsam mit der Betriebsärztin sowie unseren Fachkräften für Arbeitssicherheit durch“, erklärt er. Zur ergonomischen Bewertung der Arbeitsplätze kommt dabei unter anderem die Leitmerkmalmethode der Bundesanstalt für Arbeits- schutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zum Einsatz. Diese bewertet Faktoren wie Körperhaltung, Belastung, Häufigkeit und Dauer von Hebevorgängen anhand eines Punktesystems mit Farbindikator. Grün signalisiert einen unkritischen Zustand, Rot weist auf akuten Handlungsbedarf hin. „Die Gesunderhaltung unserer Mitarbeitenden hat für uns einen hohen Stellenwert. Unser Ziel ist es daher, immer im grünen Bereich zu bleiben“, betont Grünloh. Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, moderne Hebehilfen systematisch in die intralogistischen Abläufe zu integrieren. Die Entscheidung fiel auf Vakuum-Schlauchheber, die im Vergleich zu klassischen Kranlösungen ergonomische Vorteile bieten. „Die Bedienung ist intuitiv und folgt den natürlichen Hebe- und Senkbewegungen“, so Grünloh. Darüber hinaus arbeiten die Geräte geräuscharm und ermöglichen ein besonders materialschonendes Handling der Bauteile. Da die Anforderungen bei Kampmann maßgeschneiderte Lösungen verlangten, entschied sich das Unternehmen für Timmer als Premiumhersteller mit ausgewiesener Expertise in kundenspezifischen Sonderlösungen. Mittlerweile sind an vier unterschiedlichen Arbeitsstationen Vakuum-Hebesysteme im Einsatz, die exakt auf die jeweiligen Bauteile, Prozesse und räumlichen Gegebenheiten abgestimmt sind. MONTAGE UND HANDHABUNG 01 Der Vakuum- Schlauchheber lightLIFT unterstützt das Einlegen langer Bleche in die Abkantbank
PALETTIERUNG SPERRIGER GEBLÄSE KONVEKTOREN Als ersten Anwendungsfall installierte Kampmann im Jahr 2021 einen Schlauchheber für die Endmontage und Versandvorbereitung fertiger Gebläsekonvektoren der Baureihe „Venkon“. Diese Geräte durchlaufen nach der Montage eine durchgängige Qualitätskontrolle, bevor sie für Verpackung und Versand freigegeben werden. Für das Handling der geprüften Konvektoren kommt die Hebelösung „heavyLIFT“ (80 kg Tragfähigkeit) mit einem Seitenlifter zum Einsatz. „Die Gebläsekonvektoren werden mit dem Schlauchheber vom Prüftisch aufgenommen und entweder auf eine Rollenbahn zur Kartonage-Verpackung umgesetzt oder direkt auf Paletten abgestellt“, so Grünloh. Eine Herausforderung stellt dabei die Handhabung der Geräte in stehender Position dar. Für eine platzsparende Palettierung werden die Gebläsekonvektoren nicht liegend, sondern hochkant vom Prüftisch aufgenommen und auf der Palette positioniert. So lassen sich bis zu fünf Geräte auf einer Europalette aufstellen. Für diesen Schritt wurde eine kundenspezifische Sondertraverse entwickelt, bei der die Saugplatten seitlich am Gerät angreifen und nicht, wie üblich, von oben. Mit der Vakuum-Hebetechnik kann ein einzelner Mitarbeiter die Geräte vom Prüftisch auf die Palette oder die Rollenbahn selbstständig und ergonomisch umsetzen. Manuelle Hebevorgänge oder Hilfspersonen sind nicht erforderlich. EINLEGEN RUNDER KOMPONENTEN In einer weiteren Fertigungshalle in Lingen stellt Kampmann einen zentralen Bestandteil seines neuen Gebläsekonvektors „KaDius“ her: eine runde Blechscheibe sowie einen äußeren Blechring. „Der KaDius ist ein rundes, von der Decke abgehängtes Gerät, bei dem die Luft später umlaufend über einen Ringspalt in den Raum abgegeben wird“, beschreibt Grünloh das Endprodukt. Dafür verarbeitet Kampmann großformatige Blechscheiben aus einer Stanz-Nibbelmaschine weiter. Die runden Bleche mit einem Durchmesser von circa 1 300 mm werden einem Kreisschneider zugeführt, der aus der Vollscheibe einen äußeren Ring heraustrennt. Niklas Vernim, Verkaufsingenieur bei Timmer, sagt: „Eine besondere Herausforderung war hier die Maschinenkontur des Kreisschneiders, da das Bauteil beim Einlegen unter einen auskragenden Maschinenarm geführt werden muss.“ Nach den positiven Rückmeldungen der Mitarbeitenden zum heavyLIFT von Timmer kommt seit dem Jahr 2024 für diese Aufgabe ein Hebesystem vom Typ lightLIFT mit einer Tragfähigkeit von 30 kg zum Einsatz. Während der eigentliche Hebevorgang eine typische Schlauchheber-Anwendung ist, erforderte die Geometrie der Blechscheiben eine Sonderlösung bei der Lastaufnahme. „Wir haben gemeinsam mit Kampmann eine Sondertraverse entwickelt, die speziell für das Handling der großformatigen Blechscheiben ausgelegt ist“, sagt Vernim. Die Traverse ist mit einem groß dimensionierten Bügel ausgestattet, der es ermöglicht, die Blechscheiben sicher anzusaugen und kontrolliert auf die Bearbeitungsmaschine zu legen. Der Schlauchheber übernimmt dabei nicht nur das vertikale Heben, sondern unterstützt auch das präzise Positionieren und seitliche Einschieben der Bleche in den Kreisschneider. Durch die Kombination aus lightLIFT und Sondertraverse kann Kampmann die Bauteile trotz ihrer Größe und Geometrie sicher, materialschonend und effizient handhaben. MATERIALSCHONENDES HANDLING GROSS FORMATIGER BLECHE Auch für die Beschickung von Abkantbänken nutzt Kampmann seit Anfang 2025 einen Vakuum-Schlauchheber von Timmer: 02 Die Vakuum-Hebe-Schwenktraverse ermöglicht das kontrollierte Heben, Drehen und Positionieren schwerer Türluftschleier während der Montage Mit ihrem zweiten lightLIFT können die Mitarbeitenden Bleche von bis zu 3,2 m Länge vollflächig anheben, ohne dass diese sich verformen. Vor der Installation der Hebeanlage waren für die Handhabung der Bleche aufgrund der Maße und der fehlenden Eigensteifigkeit zwei Personen erforderlich. „Durch das manuelle Handling kam es immer wieder zu Kratzern auf den empfindlichen Oberflächen“, sagt Grünloh. Heute übernimmt ein einzelner Mitarbeiter diese Aufgabe mithilfe des lightLIFT mit einer Sondertraverse zum Heben langer Bleche. Angebracht ist der Schlauchheber am timLIFT-Kransystem. Durch den Schwenkbereich von 270° können mit einem Gerät zwei baugleiche Abkantbänke bedient werden. LÖSUNG FÜR DIE MONTAGE VON TÜRLUFT SCHLEIERN Seit Dezember 2025 setzt Kampmann zudem eine neue Vakuum- Hebe-Schwenktraverse für das Handling von Türluftschleiern ein. Die Lüftungsgeräte, die häufig über den Eingängen von Einkaufszentren, Bürogebäuden oder Industriehallen installiert werden, sind aufgrund ihrer Abmessungen und ihres Gewichts von bis zu 250 kg in der Montage anspruchsvoll. „Ausgelegt ist die neue Hebelösung bewusst für Lasten bis zu 270 kg, um auch zukünftige Baugrößen sicher abdecken zu können“, so Grünloh. Die Hebetraverse wird an einem vorhandenen Deckenkran eingesetzt, wobei die Vakuumerzeugung direkt in der Traverse integriert ist. Über verstellbare Saugplatten lassen sich unterschiedliche Gerätegrößen sicher aufnehmen. Vernim beschreibt die zentrale Anforderung bei der neuen Hebe-Schwenktraverse: „Die Geräte werden während der Montage nicht nur angehoben, sondern auch kontrolliert gedreht und aufgestellt. Dafür ist die Traverse mit einer integrierten Schwenkfunktion ausgestattet, die über einen elektrischen Zylinder realisiert wird.“ Auf diese Weise können die Türluftschleier zunächst waagerecht aufgenommen, im angehobenen Zustand in eine Hochkantposition geschwenkt und anschließend für weitere Montageschritte sicher abgestellt werden. Nach Abschluss der Montage werden sie erneut aufgenommen, in die horizontale Lage zurückgeschwenkt und auf einer Rollenbahn zur Verpackung oder Bänderung abgesetzt. „Damit ersetzt die neue Lösung nicht nur das bisherige Umsetzen vom Montagetisch zur Rollenbahn, sondern erweitert den Prozess um eine ergonomische Unterstützung während vorgelagerter Montageschritte“, so Vernim. Bilder: Timmer www.timmer.de SUPPLEMENT 2026 S 15
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EDITORIAL WENN ALLES MIT ALLEM EINS
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