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DER KONSTRUKTEUR 6/2019

DER KONSTRUKTEUR 6/2019

SOFTWARE & PROTOTYPING

SOFTWARE & PROTOTYPING 03 In Figaros Stuhl ist ein Antrieb versteckt, der ihn hoch- und herunterfahren lässt 04 Konstrukteur Raphael Gwosch und Konstruktionsleiter Paul Radicke konstruieren die Aufbauten in der Semperoper Bis ins Jahr 2014 arbeitete man mit einem CAD-Programm mit Stahlbaupaket, das allerdings dann nicht mehr weiterentwickelt wurde. „Zudem war die Softwarekombination nicht parametrisch und Maschinenbaukonstruktionen ließen sich nur schwer realisieren“, erinnert sich Radicke. „Die Zeichnungsableitung war mühsam, bei einer Änderung im Modell musste die Zeichnung neu erstellt werden. Das alles ließ den Entschluss reifen, eine neue Lösung zu suchen.“ Die wurde dann auch gefunden in der Kombination aus PTC Creo und dem Stahlbaupaket B&W Profile. Radicke weiter: „Unsere Modelle bestehen aus sehr vielen Objekten, das verkraftet Creo sehr gut. Die Lösung von B&W ist nahtlos in das CAD-System integriert und wir konnten einige eigene Erweiterungen programmieren lassen, die uns die Arbeit sehr erleichtern. Und nicht zuletzt stammt die Software von einem regionalen Anbieter, der einfach ansprechbar ist und bisher immer eine Lösung für unsere Anforderungen gefunden hat.“ Zusätzlich sind die Genius Tools von Inneo installiert, die unter anderem einen Parameter Manager für das Ausfüllen der Zeichnungs-Schriftfelder zum Funktionsumfang der Semperoper-Entwicklungsumgebung beitragen. Zudem nutzen die Konstrukteure die Normteile- und Symbolbibliotheken der Genius Tools. PRODUKTE UND ANWENDUNGEN 03 pro Spielzeit eine Premiere, deshalb laufen immer mehrere Projekte parallel. Bis zu acht Neuinszenierungen pro Jahr Spielzeit plus drei auf der Studiobühne werden von uns ausgestattet, der Rest sind Kooperationen mit anderen Theatern, die das Bühnenbild zuliefern.“ CAD-PAKET MIT ANGEPASSTEN ERWEITERUNGEN 04 FACHWERKTRÄGER SORGEN FÜR ZEITERSPARNIS In B&W Profile, mit dem die Konstrukteure hauptsächlich arbeiten, schuf der Hersteller auf Anregung der Semperoper-Konstrukteure eine Erweiterung, mit der sich sehr schnell Fachwerke erstellen lassen. Gwosch verdeutlicht: „Wir arbeiten oft mit Fachwerkträgern, die aus zwei Leitprofilen und vielen Verstrebungen zwischen diesen Leitprofilen bestehen. Statt nun alle Vierkantrohre einzeln positionieren und trimmen zu müssen, ermöglicht uns die Erweiterung, die Anzahl und die Neigung der Streben anzugeben, die Software verteilt, erstellt und trimmt die Rohre dann automatisch. Das ist eine große Zeitersparnis, ebenso die automatische Erstellung der Schnittliste, die sich für die Werkstatt direkt auf der Zeichnung abbilden lässt.“ Zudem wurden von B&W Profil-Prototypen erstellt, aus denen sich alle Profile, die üblicherweise in den Werkstätten auf Lager verfügbar sind, aus Auswahllisten erzeugen lassen. „Wir arbeiten typischerweise mit zwei bis drei Mann an einem Bühnenbild“, so Radicke, „und haben uns inzwischen eine gute Strategie mit Skelettmodellen angeeignet, um uns so wenig wie möglich in die Quere zu kommen. Mit einem PDM-System wäre die Zusammenarbeit einfacher und die Gefahr des gegenseitigen Überschreibens von Modellen wäre gebannt. Deshalb denken wir aktuell auch über die Einführung nach.“ Die Sicherheitsanforderungen in Bezug auf die Statik werden in einer Statiksoftware nachgerechnet, dazu können aus B&W Profile Stabwerke exportiert werden. Gwosch ist zufrieden: „Creo erleichtert uns die Arbeit an vielen Stellen, so sind die Zeichnungen heute mit dem Modell verknüpft und vollziehen Änderungen sofort nach. Creo ist auch so tolerant, dass wir nicht jedes Modell voll durchparametrisieren müssen. Wir stecken so viel Arbeit rein wie sein muss, dass die Werkstätten die notwendigen Arbeitsunterlagen haben. Auch für maschinenbauliche Konstruktionen, beispielsweise von Antrieben, ist Creo sehr gut geeignet.“ „Der Softwareumstieg war eines meiner ersten Projekte, als ich 2014 die Abteilung übernommen hatte“, erinnert sich Radicke. „Ich bin mit der Entscheidung für Creo und Inneo sehr zufrieden, auch wenn das etwas Mut brauchte – im Theaterbereich ist Creo wenig verbreitet. Doch die Demonstrationen von Inneo-Mitarbeiter Klaus Raab, der zu allen unseren Fragen einen Lösungsansatz hatte, haben uns überzeugt.“ Einmal im Jahr wird mit Inneo ein Schulungs- beziehungsweise Consultingtermin vereinbart, bei dem effizientere Lösungen und Methoden entwickelt werden – „schließlich haben wir hier sehr spezielle Anforderungen, für die Inneo aber immer wieder neue Antworten hat, die uns weiterbringen“, wirft Gwosch ein. Radicke fügt an: Wir sind sehr zufrieden mit Inneo, der Support ist schnell. Inzwischen arbeiten wir vermehrt direkt mit B&W zusammen, haben aber immer Inneo in der Hinterhand, wenn wir Hilfe brauchen. Das ist sehr komfortabel und effizient. Nächste Woche haben wir wieder Updateschulung und ich bin schon gespannt, was da an Neuem kommt – bisher war immer etwas dabei, das uns die Arbeit erleichtert hat.“ Bilder: Inneo, Staatsoper Dresden, kivi80/Fotolia www.inneo.com

STRUKTURKLEBSTOFF MIT HOHER TEMPERATURFESTIGKEIT Der Klebstoff Monopox HT2860 von Delo erreicht eine besonders hohe Festigkeit bei hohen Temperaturen. Bei diesem Epoxidharz liegt die Glasübergangstemperatur bei + 168 °C. Auf sandgestrahltem Aluminium und bei + 150 °C erreicht der Strukturklebstoff mit 18 MPa eine bis zu dreimal höhere Festigkeit als Standard- Epoxidharze. Er zeigt auf Metallen, temperaturbeständigen Kunststoffen, Ferritverbindungen und Keramik eine sehr gute Haftung. Bei Raumtemperatur erreicht er z. B. auf Aluminium eine Druckscherfestigkeit von 65 MPa und auf Keramik von 55 MPa. Die Aushärtung erfolgt über Warmhärtung im Ofen oder über Induktion. Überdies können Klebstoffgebinde vor der Warmhärtung vier Wochen bei Raumtemperatur in der Produktionslinie verarbeitet werden. Der Klebstoff ist für Verklebungen geeignet, die hohen statischen oder hohen dynamischen Belastungen ausgesetzt sind, z. B. in der Automotive-Branche bei Magnetverklebungen in Elektromotoren. www.delo.de INFRAROT-WÄRME SCHÜTZT GEHÄUSE VOR KORROSION Ein gaskatalytischer Infrarot-Ofen von Heraeus Noblelight trägt dazu bei, dass der Korrosionsschutz auf Gehäusen von mobilen Schweißgeräten heute schnell getrocknet werden kann. Mobile Schweißgeräte kommen in den verschiedensten Umgebungen zum Einsatz, weshalb ihre Gehäuse anfällig für Wind und Wetter sind. Sie werden daher durch einen Grundierungslack vor Korrosion geschützt und mit einem Decklack veredelt. Die vollständige Härtung der beiden Lacke erfordert üblicherweise viel Zeit. Die Lösung entwickelte Miller Electric Mfg LLC gemeinsam mit dem Lacklieferanten TCI Powder Coatings und den IR-Spezialisten von Heraeus. Herzstück der Anlage ist ein vorgeschalteter gaskatalytischer Infrarot-Ofen, der eine so gute Verbindung zwischen Grundierung und Decklack ermöglicht, dass der gesamte Prozess auf eine komplette Zwischenstufe verzichten kann. Der Decklack kann so bereits aufgetragen werden während der Grundierungslack noch im Gelzustand ist. www.heraeus-noblelight.com BESONDERS KORROSIONSBESTÄNDIGER EDELSTAHL Ugitech hat einen Edelstahl speziell für beanspruchte Verschleißteile entwickelt. Der Ugima4116N mit 57 HRC in vergütetem Zustand ist eine Weiterentwicklung des Ugi 4116N, der für scharfkantige Schneidwerkzeuge entwickelt wurde. Durch den Zusatz von Nitrogen ist der neue Spezialstahl deutlich korrosionsbeständiger als die Standardgüten. Seine Beständigkeit gegen Lochfraßkorrosion liegt im vergüteten Zustand bei einem Potenzial von 200 mV/ECS in NaCl 0,02 M bei 23 °C und pH = 6,6. Zudem weist er eine optimierte Zerspanbarkeit auf: Der zugesetzte Schwefel verbessert die Verarbeitbarkeit und führt zu kurzbrüchigen Spänen bei der Zerspanung. Dabei ist er genauso hart wie die herkömmlichen, martensitischen Werkstoffe wie EN 1.4112/AISI 440B und EN 1.4125/AISI 440C. Er eignet sich daher z. B. für Schneidwerkzeuge, Ventilsitze und Biegeführungen sowie Düsen für die Strömungsführung von Flüssigkeiten mit abrasiven Partikeln. www.ugitech.com

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