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DER KONSTRUKTEUR 6/2026

DER KONSTRUKTEUR 6/2026

SPECIAL ENERGIE 01 01

SPECIAL ENERGIE 01 01 Messkupplung mit Digitalmanometer 02 Qualitätsgarantie: 100 Prozent der Kupplungen werden während der Montage des Ventilkegels mit Druckluft auf ihre ordnungsgemäße Funktion überprüft 02 SPECIAL sie im Hydraulikplan den größten Mehrwert liefern.“ In der Praxis haben sich einige Positionen als Standard durchgesetzt. So erhält man beispielsweise direkt am Pumpenausgang einen Referenzwert für den Systemdruck. Abweichungen lassen damit unmittelbar der Erzeugerseite zuordnen. Über den Differenzdruck vor und nach Filtern und Ventilen ist zu erkennen, ob ein Filter zugesetzt ist oder ein Ventil zu hohe Verluste verursacht. Nur direkt am Verbraucher lässt sich verlässlich messen, welcher Arbeitsdruck tatsächlich ankommt. Dieser Messpunkt ist besonders wichtig, wenn Zykluszeiten, Kräfte oder Geschwindigkeiten nicht zur Auslegung passen. Weitere Messpunkte, etwa in Druckleitungen oder im Rücklauf, erlauben einen Überblick über den Gesamtzustand der Anlage und helfen dabei, die Lastverteilung und das Rücklaufverhalten GERADE BEI STARKEN DRUCK- SCHWANKUNGEN ZEIGT SICH DIE QUALITÄT DER KUPPLUNGEN zu bewerten. Andreas Toporowsky rät Konstrukteuren, darauf zu achten, dass die Messpunkte für Anwender gut erreichbar sind: „Messpunkte in engen Bauräumen oder in unmittelbarer Nähe rotierender oder heißer Aggregate werden in der Praxis kaum genutzt und stellen außerdem ein Sicherheitsrisiko für den Anwender dar.“ BAUARTEN IM ÜBERBLICK Messkupplungen mit innenliegendem Kugelventil - beispielsweise der Baureihe Stauff SMK - gelten als Standard für klassische Hydraulikanwendungen mit hochviskosen Medien wie typischen Hydraulikölen. Messkupplungen mit Kegelventilen - Stauff SKK - werden für hydraulische Anwendungen mit niedriger Viskosität (etwa Wasser oder Kühlschmierstoffe) sowie für hohe, pulsierende Drücke oder pneumatische Anwendungen empfohlen. Bei dieser Bauform wird das metallisch abdichtende Kegelventil durch einen O-Ring unterstützt, der eine sekundäre Weichdichtung darstellt. Darüber hinaus sind Sondervarianten für Gase auch mit DVGW-Zulassung sowie Kupplungen zum Befüllen von Gasdruckspeichern erhältlich. Für Messkupplungen Test 20 mit dem Anschlussgewinde M16 × 2 gilt der internationale Standard ISO 15171-2. Er definiert Abmessungen, Leistungsanforderungen und Prüfmethoden für Kupplungen, die unter Druck verbunden werden dürfen, sodass Messungen im laufenden Betrieb durchgeführt werden können, was Zeit und Kosten spart. Neben den hier beschriebenen Test 20 Messkupplungen sind weitere Adaptionsvarianten wie Test 15 (M16 × 1,5), Test 12 (S12,65 × 1,5) und Test 10 (Steck-Ausführung) erhältlich. Daneben existieren flachdichtende Prüf- und Diagnosekupplungen, deren Bauweise, Abmessungen und Leistungsanforderungen in ISO 15171-1 sowie SAE J1502 beschrieben sind. Diese Varianten gelten vor allem in Nordamerika als Standard, sind aber im Gegensatz zu den schraubbaren Messkupplungen in der Regel nicht für das Kuppeln unter Systemdruck ausgelegt. Vor dem Anschluss von Messschläuchen oder Geräten muss die Anlage drucklos geschaltet werden. Um seinem Anspruch als Vollanbieter gerecht zu werden, wird Stauff diese Kupplungsform ebenfalls ins Sortiment nehmen. WERKSTOFFE, DICHTUNGEN UND KORROSIONSSCHUTZ Messkupplungen, Messschlaucharmaturen und die meisten Zubehörteile des Stauff Test-Sortiments sind sowohl aus Normalstahl mit hochwertiger Stauff Zink-/Nickel-Oberflächenbeschichtung als auch aus Edelstahl (V2A-1.4305 / AISI 303 und V4A-1.4571 / AISI 316 Ti) und mit einer Vielzahl von Dichtungswerkstoffen wie NBR (Buna-N), FKM (Viton) und EPDM erhältlich. Der außenliegende O-Ring zwischen Kupplungskörper und Metallkappe, der diese vor selbsttätigem Lösen schützt, ist standardmäßig aus NBR (Buna-N). Alle inneren Dichtungen sind standardmäßig aus FKM (Viton) verbaut. „Bei speziellen Anforderungen an die Dichtungsmaterialien ist es sinnvoll, sich schon in der Planungsphase an unsere Kundenbetreuer zu wenden“, so Andreas Toporowsky. 44 DER KONSTRUKTEUR 2026/06 www.derkonstrukteur.de

SPECIAL ENERGIE 03 Schnitt-Darstellung der Messkupplung SKK-20-G1/4-B-C-W3 im geschlossenen (links) und geöffneten Zustand mit Schlauchanschluss (rechts) 04 Farbringe auf den Kupplungen sorgen für eine klare Kreislaufzuordnung 03 04 DRUCKBEREICHE, KUPPELBARKEIT UND SICHERHEIT Schraubbare Messkupplungen der Baureihe Stauff Test 20 nach ISO 15171-2 wurden für einen maximalen Betriebsdruck bis 630 bar ausgelegt und können unter einem Systemdruck bis 400 bar an- oder abgekuppelt werden. Neben dem Betriebsdruck spielen der Berstdruck und die Impulsfestigkeit eine Rolle. Andreas Toporowsky hat im Stauff Technologiezentrum in Werdohl einen groß angelegten Wettbewerbsvergleich mit insgesamt elf vergleichbaren Fabrikaten internationaler Hersteller durchgeführt. Untersucht wurden unter anderem der Aufbau der Kupplungen, Druckbeständigkeit und Kuppelbarkeit unter Systemdruck, Impulsfestigkeit, Maßhaltigkeit nach ISO 15171-2 sowie der Korrosionsschutz der Oberflächen. „Stauff Test 20 Kupplungen erreichten im Test Berstdruckwerte über 2.520 bar und als einziges Fabrikat eine Impulsfestigkeit von 3 Millionen Lastwechseln ohne Ausfall. Mehrere Wettbewerbsprodukte lagen deutlich darunter. Gerade in Anlagen mit häufigem Start-Stopp-Betrieb oder starken Druckschwankungen ist das ein wichtiger Punkt, den Konstrukteure bei der Komponentenwahl berücksichtigen sollten. Bezüglich der Maßhaltigkeit gehören unsere Messkupplungen zu den nur zwei von zwölf Fabrikaten, die die Toleranzen der ISO 15171-2 vollständig einhalten.“ Mit der Stauff Zink/Nickel-Beschichtung erreicht Stauff eine Beständigkeit gegen Rotrost von mehr als 1.200 Stunden und übertrifft damit die VDMA-Empfehlung von 720 Stunden deutlich. Bei einigen der Vergleichsprodukte tritt vor allem an der Kette der Messkupplung bereits deutlich früher Korrosion auf. Eine besondere Qualitätsgarantie bei Stauff: 100 Prozent der Kupplungen werden während der Montage des Ventilkegels automatisiert mit Druckluft auf ihre ordnungsgemäße Funktion überprüft. Fehlerhafte Produkte werden automatisch aussortiert. DIAGNOSEKONZEPT OHNE LÜCKEN Während Hydraulikanlagen über Messkupplungen vor allem punktuell geprüft werden, werden für Condition Monitoring und Predictive Maintenance fest installierte Sensoren vorgesehen, die Druck, Temperatur, Volumenstrom oder Ölzustand dauerhaft erfassen und ihre Daten an Steuerungs- oder Auswertesysteme liefern. Das Stauff-Portfolio bedient beide Ebenen: Stauff Test liefert die mechanische Diagnoseschnittstelle über Messkupplungen mit Kugel- oder Kegelventil sowie passende Messschläuche und Adapter. Stauff Diagtronics stellt die elektronische Seite bereit: von digitalen Manometern und Hydrauliktestern über Ölzustandssensoren und Partikelzähler bis hin zu kompletten Messkoffern und Software zur Datenerfassung und -auswertung. Andreas Toporowsky fasst zusammen: „In einem konsequenten Diagnosekonzept greifen beide Ebenen ineinander. Fest installierte Sensoren liefern die kontinuierlichen Zustandsdaten. Messkupplungen bleiben als unabhängig zugängliche Messpunkte wichtig, etwa zur Verifikation von Sensordaten, für temporäre Zusatzmessungen und als Backup, falls Sensoren ausfallen.“ Bilder: Stauff www.stauff.com FARBRINGE FÜR KLARE KREISLAUFZUORDNUNG Messkupplungen und konfektionierte Messschläuche der Baureihen Stauff Test 20 und Stauff Test 15 aus Stahl und Edelstahl können zur Unterscheidung von Hydraulikkreisläufen optional mit Farbkennzeichnungsringen ausgestattet werden. Sie werden bei Bedarf, auch auf bereits verbauten Kupplungen und Messschläuchen, einfach und ohne Werkzeug angebracht. Die Ringe werden aus thermoplastischem Polyurethan (TPU) gefertigt, einem leichten und elastischen Werkstoff mit einer sehr guten Abrieb- und Verschleißfestigkeit sowie einer nachgewiesenen Beständigkeit gegenüber sämtlichen in der Hydraulik eingesetzten Medien, aber auch weiteren Ölen, Fetten und gängigen Lösungsmitteln. www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2026/06 45