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DER KONSTRUKTEUR 9/2020

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DER KONSTRUKTEUR 9/2020

FLUIDTECHNIK HEUTE SIND

FLUIDTECHNIK HEUTE SIND WIR EIN FULL-LINER RUND UM DIE HYDRAULIKLEITUNG Zu einer Zeit, als Rohrbefestigungen aus zweiteiligen Holzschellen bestanden, entwickelt eine Lohndreherei Halterungsschellen in Blockform aus Polypropylen. Ein Erfolgsprodukt war geboren und der Grundstein für ein auf Rohrleitungskomponenten und Hydraulikzubehör spezialisiertes Unternehmen war gelegt. Wir sprachen mit Stauff-CEO Jörg Deutz über die Unternehmensgeschichte und über die Zukunft … Welche Bedeutung hat die Stauff-Schelle für Ihr Unternehmen und wie kam es dazu? INTERVIEW PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Ganz kurz gesagt: Die Erfolgsgeschichte des Unternehmens begann mit der Schelle. 1964 übernimmt der Werdohler Unternehmer Arnold Menshen die Lohndreherei Walter Stauffenberg KG mit 20 Angestellten von seinem Schwiegervater Otto Kracht, Inhaber einer erfolgreichen Fabrik für Pumpen und Motoren in Werdohl. Das Unternehmen fertigt primär Drehteile für Kracht und startet mit der Entwicklung von Rohrbefestigungen, zunächst aus Holz. Erste Versuche mit dem damals noch sehr kritisch betrachteten Kunststoff, genauer Polypropylen, zeigen deutlich bessere Dämpfungsergebnisse. Das war die Geburtsstunde der Stauff- Schelle in der typischen Blockform, 1965 begann die Serienproduktion. Wie hat sich Ihr Produktportfolio seither verändert und wie setzt es sich heute zusammen? Parallel zum stetig erweiterten Schellenprogramm haben wir 1973 weiteres Hydraulikzubehör ins Portfolio aufgenommen. 1982 folgte die Messtechnik, 1984 die Filtration und 2007 die digitalen Mess- und Prüfgeräte des Geschäftsbereichs Diagtronics. 2015 haben wir mit Stauff Connect das Geschäftsfeld der Rohrverbindungstechnik begründet, das wir mit der Übernahme von Voswinkel nochmals gestärkt haben. Heute sind wir ein Full-Liner rund um die Hydraulikleitung – mit einem außerordentlich breiten Programm von mehr als 40 000 Komponenten, die in der Regel ab Lager oder kurzfristig geliefert werden können. Damit decken wir sämtliche Anwendungsbereiche der Hydraulik ab und stellen auch spezifische Lösungen z. B. für die Offshore-Industrie, die Schiffstechnik oder Komponenten für die Höchstdruckhydraulik bis 1000 bar bereit. Für die Rohrverschraubungen bieten wir auch die zugehörigen Montage- und Rohrumformmaschinen an. Eine breite Palette an Standardkomponenten. Bieten Sie auch Spezialentwicklungen an? Wenn Sie damit anwendungsspezifische Komponenten wie z. B. unsere Windkraftschellen oder Schnellverschlusskupplungen für die Rettungshydraulik meinen: Ja. Außerdem fertigen wir schon seit 1987 Kunststoff- und Metall-Sonderschellen nach Kundenzeichnung oder auf Basis eigener Entwicklungen. Grundsätzlich verfolgen wir aber das Ziel, mit einem sehr breiten Standardprogramm alle Anforderungen unserer Kunden abzudecken. Ein Trend geht seit Jahren von der Komponente zum System, trifft das auch auf Stauff zu? 16 DER KONSTRUKTEUR 2020/09 www.derkonstrukteur.de

FLUIDTECHNIK Ganz eindeutig, und hier sind es dann auch tatsächlich kundenspezifische Lösungen wie zum Beispiel Stauff Line. Mit dieser Lösung haben wir uns vom C-Teile-Lieferanten zum Systemanbieter entwickelt und beliefern unsere Kunden just in time mit fertig konfektionierten Rohr- und Schlauchleitungen. Ein weiterer Schritt in Richtung Systemanbieter sind unsere Montage- und Umformmaschinen. Mit ihnen bieten wir die Komplettlösung für hochwertige Rohrleitungsverbindungen. Wie können Sie Konstrukteure über die reine Produktebene hinaus unterstützen? Zunächst einmal stellen wir diverse Online-Tools wie Auslegungsprogramme und CAD-Daten unserer Komponenten bereit. Ein wichtiger, immer häufiger nachgefragter Service ist auch die punktgenaue Lieferung unserer Teile ans Montageband des Kunden oder an den Aufstellort einer Hydraulikanlage – mit kundenspezifischer Konfektionierung, Verpackung und Etikettierung. Und – das ist ein entscheidender Punkt – wir betreiben intensive Forschung und Entwicklung und prüfen unsere Komponenten sehr umfassend. Dazu gehören auch gemeinsame Versuche mit den Kunden. Die Unterstützung, die wir bieten, ist also nicht nur formalisiert und in Services unterteilt. Wir sind auch ganz persönlich für unsere Kunden da – mit Engagement, Kompetenz und Begeisterung. möchte online einkaufen und dabei idealerweise bei Bedarf auch noch optimal beraten werden. Diese Anforderung werden wir in naher Zukunft noch sehr viel besser als mit unserem heutigen Onlineshop erfüllen können. Zugleich aber wünschen immer mehr Kunden Komplettlösungen, die mit einem minimalen Aufwand in ihren Maschinen und Anlagen installiert werden können. Stichworte sind hier, wiederum aus Kundensicht: Reduzierung der Lieferanten und der zugekauften Teile, Systeme statt Komponenten, Konzentration auf Kernkompetenzen. Das sind ganz andere Anforderungen. Wie stellen Sie sich darauf ein? Mit Stauff Line oder mit der aktuellen Neuentwicklung bei Umformmaschinen, die über eine Stauff-eigene Cloud verbunden sind, gehen wir bereits auf diese Anforderungen ein. Wir werden unsere altbewährten Tugenden der Komponentenfertigung mit höchster Qualität und minimaler Fehlerrate weiter ausbauen. Zugleich werden wir aber neue, digitale Technologien und neue Geschäftsmodelle etablieren – von Cloud-Lösungen bis zur Lieferung kompletter Rohrleitungen für komplexe Maschinen. Das ist ein anspruchsvolles Programm für die kommenden Monate und Jahre, aber wir sind auf gutem Weg. Bilder: Stauff Wie werden sich die Anforderungen an die Hydraulik in Zukunft verändern? Auf der Komponentenseite spielt aus Kundensicht die schnelle Verfügbarkeit und Beschaffung eine wichtigere Rolle. Der Anwender www.stauff.com Das Interview führte Martina Klein, stv. Chefredakteurin. Jörg Deutz, Geschäftsführer der Stauff-Gruppe: „Wir bieten nicht nur Komponenten, sondern auch individuell ausgelegte und einbaufertige Hydraulikleitungen von Anschluss bis Anschluss“ www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2020/09 17

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