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DER KONSTRUKTEUR 9/2021

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DER KONSTRUKTEUR 9/2021

WERKSTOFF- UND

WERKSTOFF- UND VERBINDUNGSTECHNIK KREISLAUFWIRTSCHAFT IST DAS THEMA DER ZUKUNFT WIR MÜSSEN DAFÜR SORGEN, DASS SICH KUNSTSTOFFE STÄRKER IN STOFFSTRÖMEN BEWEGEN JULIA GROSSE-WILDE, Geschäftsführerin Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie GKV Die Kunststoffindustrie ist im Umbruch: Sowohl der digitale Wandel als auch der Wandel von der linearen zur Kreislaufwirtschaft beschäftigt die Branche. Die Fakuma, Internationale Fachmesse für Kunststoffverarbeitung, setzt diese Themen vom 12. bis 16. Oktober 2021 in Friedrichshafen auf ihre Agenda. PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Kunststoffe sind vielseitige Materialien und in unzähligen Verbraucher- und Industrieanwendungen im Einsatz. Gehäuse, Verpackungen, Maschinenelemente, Medizintechnik, Automobilbau, Luft- und Raumfahrt etc. – die Bandbreite der Einsatzgebiete ist riesig. Kunststoffe sind aus dem modernen Leben nicht wegzudenken. Dennoch haftet dem „Plastik“, wie Kunststoffe wegen der Formbarkeit oft auch genannt werden, ein negatives Image an. Hauptursache dafür sind die weltweiten Einträge von Abfällen in die Umwelt. So kämpft die Branche der Kunststoffindustrie an vielen Stellen mit einer einseitig negativen Wahrnehmung. Der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie setzt deshalb auf eine verstärkte Aufklärung darüber, dass Kunststoffe ökologische Vorteile haben. „Wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen, können wir auf Kunststoffe nicht verzichten – sondern benötigen sie dafür“, erläutert GKV-Geschäftsführerin Julia Große-Wilde. „Die Unternehmen haben selbst ein ureigenes Interesse daran, ihre Produkte zukunftsfähig zu gestalten. Möglichst wenige Produktionsabfälle oder aber deren Recycling sind nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvolle Zielsetzungen. Hinzu kommt ein verstärktes Mitdenken des Lebensendes bereits bei der Gestaltung eines Produktes.“ CIRCULAR ECONOMY IM MITTELPUNKT Der Wandel von der linearen zur Kreislaufwirtschaft ist für die Kunststoff verarbeitende Industrie in den Fokus gerückt. „Design for Recycling“ ist kein Schlagwort, sondern Notwendigkeit: „Tatsächlich müssen wir durch konsequentes Sammeln und Sortieren und die ständige Weiterentwicklung sowohl beim Recycling als auch beim Einsatz von Rezyklaten dafür sorgen, dass sich Kunststoffe stärker in Stoffströmen bewegen. Das ist die große Herausforderung für unsere Industrie und auch unsere Gesellschaft“, so die Geschäftsführerin des GKV. Die deutschen Kunststoffverarbeiter stellen sich diesen Herausforderungen und gestalten den Wandel auf unterschiedlichen Ebenen. Ihre Pole Position soll auf der Fakuma zu erleben sein, die vom 12. bis 16. Oktober 2021 als Präsenzmesse die Branche der Kunststoffverarbeiter nach Friedrichshafen einlädt. Die Fachmesse setzt daher die Themen CO 2 -Fußabdruck, Nachhaltigkeit und Recycling in den Mittelpunkt. Es sei deutlich zu spüren, dass die Aussteller zunehmend das Recycling und den Wandel von der linearen zur Kreislaufwirtschaft auf ihre Agenda setzen, informiert die Fakuma- Projektleitung des Messeveranstalters P. E. Schall. Unterdessen ist auch die digitale Transformation in der Kunststoffbranche in vollem Gange – die Unternehmen wollen mit der zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung optimierte Prozesse, höhere Anlagenverfügbarkeit, mehr Produktivität und somit Zukunftsfähigkeit erreichen. Auch dies ist Thema der Fakuma, die sich als Branchen- und Technologiebarometer in den Bereichen Spritzgießen, Extrusionstechnik, Thermoformen und 3D- Printing sieht und Neuheiten rund um Material, Maschine, Peripherie, Prozesse und Simulation präsentiert. Bilder: Aufmacher P. E. SCHALL GmbH & Co. KG, Sonstiges GKV www.fakuma-messe.de 40 DER KONSTRUKTEUR 2021/09 www.derkonstrukteur.de

FAKUMA 2021 FÜR WIRTSCHAFTLICHERE WERKZEUGE Die Forschungs- GmbH des Kunststoffinstituts Lüdenscheid (KIMW-F) bietet unterschiedliche Beschichtungstechnologien für einfache und komplexe Werkzeuge an. Die gemeinnützige Forschungs- GmbH hat sich auf die chemische Gasphasenabscheidung (CVD) spezialisiert. Dabei gelingt es durch den Einsatz von metall-organischen Vorläuferverbindungen (MO-CVD), die Beschichtungstemperaturen auf Werte zwischen 200 und 500 °C zu senken. So ist es möglich, auch komplexe und auf Maß gearbeitete Werkzeuge zu beschichten, ohne die Maßhaltigkeit und die mechanischen Eigenschaften zu verändern. Zudem sind die so applizierten Schichten sehr spaltgängig und weisen eine hohe 3D-Fähigkeit auf. Die Applikation von homogenen und konturkonformen Beschichtungen ist dadurch auch auf sehr anspruchsvollen und komplexen Geometrien möglich. Das Institut hat seine Beschichtungstechnik massiv ausgebaut und verfügt aktuell über fünf CVD-Heißwandreaktoren von unterschiedlicher Größe. www.kunststoff-institut.de EXPERTE FÜR KUNSTSTOFFPROJEKTE Zykluszeit, Bauteilqualität oder Prozessstabilität – die Stellschrauben für optimale Machbarkeit und Qualität in der Spritzgießverarbeitung sind vielfältig. Um das volle Potenzial auszuschöpfen sind tiefe Kenntnisse der Spritzgießprozesse ebenso wichtig wie umfangreiche anwendungstechnische und konstruktive Erfahrung. Mit einem neuen Konzept will die KTJ Kunststofftechnik Junker GmbH Firmen, die Kunststoffteile benötigen oder selbst herstellen, unterstützen. Ein wichtiger Aspekt: Bei der Umsetzung der spritzgießgerechten Auslegung von Bauteilen geht zunehmend Wissen verloren. Hier nimmt die KTJ GmbH Firmen an die Hand und bietet die Produktrealisierung als Komplettlösung an. Sie übernimmt die Koordination durch eine hohe Integration aller am Prozess beteiligten Partner: Konstruktion, Materialauswahl, Werkzeugbau, Spritzgießer. Ziel ist ein nahezu optimales Ergebnis nach T1. Das Unternehmen bietet seit 10 Jahren innovative Lösungen im Bereich der Kunststofftechnik und hat sich vom Kunststoff- Spritzgießer zum Experten für Kunststoffprojekte entwickelt. Die anschließende Produktion der Serienteile ist möglich, aber keine Bedingung. Nach der Serienfreigabe werden Teile in die Produktion der Kunden übergeben. www.kt-j.de SPEZIALKLEBER MIT TEMPERATUR- BESTÄNDIGKEIT BIS NAHEZU 3 000 °C Auf das dauerhafte Verbinden und Versiegeln von Bauelementen aus Graphit und CFK- Verbundmaterialien ausgelegt ist der Spezialkleber Graphi-Bond 551-RN-MV von Kager. Der Ein-Komponenten- Klebstoff enthält weder Asbest noch flüchtige organische Verbindungen (VOC). Er lässt sich auch zum Beschichten und Reparieren einsetzen. Der Hauptinhaltsstoff ist phenolgebundenes, faserverstärktes Graphit. Der Klebstoff lässt sich mit einem Spachtel oder Pinsel auftragen oder als Füllstoff in Öffnungen einbringen. Nach dem ein- bis vierstündigen Trocknen und der zweistufigen thermischen Aushärtung bei 130 und 260 °C verfügt er über eine Temperaturbeständigkeit von 2 985 °C. Damit kann er z. B. im Industrieofenbau, in der Wärmebehandlungstechnologie, der Löt- oder Sintertechnik eingesetzt werden. Auch für Feuerfest-Bauteile ist er geeignet. Zudem ist der Klebstoff beständig gegen Feuchtigkeit und hat eine Zugscherfestigkeit von ca. 1 400 psi bei Raumtemperatur. www.kager.de Intelligente Wärme ist Infrarot. Infrarot-Wärme spart Energie, weil sie die optimale Wärmemenge immer exakt an die richtige Stelle bringt. Zum Beispiel, um Kunststoffe gezielt zu erwärmen, verschweißen oder entgraten. Das spart Zeit und Geld! Ihr Kontakt zu unserem Infrarot-Team: hng-infrared@heraeus.com Heraeus Noblelight GmbH www.herae.us/plastics FAKUMA Halle B1, Stand 1121 www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2021/09 41

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