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DER KONSTRUKTEUR ASB 2026

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TECHNIK FÜR MORGEN Mit

TECHNIK FÜR MORGEN Mit der XR- Brille können Maschinen bauteile nicht nur betrachtet, sondern in Echtzeit bearbeitet werden EXTENDED REALITY: VOM REINEN BETRACHTEN ZUM KONSTRUIEREN PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Die Hochschule Bielefeld (HSBI) setzt als erste Hochschule in Deutschland die Sony XR-Brille in der Lehre ein - in Verbindung mit einer CAD-Lösung vom Siemens. Sie erlaubt erstmals auch die Konstruktion direkt im virtuellen Raum - nicht nur die dreidimensionale Betrachtung von Maschinen oder Bauteilen. Prof. Jan Robert Ziebart hat die Brille zusammen mit Studierenden erprobt. Der Professor am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik vertritt unter anderem den Schwerpunkt Konstruktion und Entwicklung. Virtual Reality werde Teil des späteren Arbeitsalltags ihrer Studierenden sein, meint Ziebart. Deshalb ist es ihm wichtig, dass die Studierenden Möglichkeiten und Grenzen der Technologie einzuschätzen lernen. Ihr Einsatz ist im industriellen Kontext nicht automatisch sinnvoll, nur weil er möglich wäre. „Das Erstellen einer VR-Umgebung ist sehr aufwendig und lohnt sich nur, wenn es nicht am PC oder in der Realität einfacher geht“, sagt Ziebart. „Spannend wird es dann, wenn in der Realität Leben gefährdet würde oder das räumliche Vorstellungsvermögen an seine Grenzen stößt.“ Komplexe Bauräume sind ein Beispiel. So hat der VR-Experte mit Studierenden bereits VR-Trainingslösungen für die virtuelle Montage von Getrieben entwickelt. In einem anderen Projekt ging es um Feuerwehr-Trainingslösungen. In drei Projekten rüsten Studierende derzeit einen ausrangierten 3D-Drucker um und statten ihn mit neuen Funktionen aus. Das Gehäuse ist entfernt, das Innenleben liegt frei. „Dabei müssen sie ihre jeweiligen Konstruktionen aufeinander abstimmen und dürfen sich nicht ins Gehege kommen“, berichtet Ziebart. Wird für die Konstruktion wie üblich lediglich der PC genutzt, muss das Modell im CAD-Programm immer wieder gedreht werden, um es von allen Seiten kontrollieren zu können. VR mache es da einfacher, berichtet Maschinenbau-Student Leon Frederik Genesius: „Mit der Brille können wir im virtuellen Raum um unser Modell herumgehen, wir haben es viel besser in der Hand.“ Ob ihre Berechnungen am PC passen, sehen sie so gleich. Mit der reinen Betrachtung kommen die bisherigen VR-Brillen allerdings an ihre Grenzen. „Es ist wie Fernsehen - etwas ändern geht nicht“, erläutert Ziebart. Das heißt: Passen die Berechnungen nicht, muss die Brille wieder abgesetzt und die Konstruktion am PC geändert werden. Dann müssen die neuen Daten wieder zurück auf die Brille gespielt werden, bevor sich die Änderungen in VR überprüfen lassen. Das kostet Zeit. Als Siemens eine Weltneuheit vorstellte, weckte dies daher direkt das Interesse des Professors: Die führende CAD-Lösung des Konzerns integriert in eine Extended-Reality-Brille von Sony. Ziebart sicherte der Hochschule ein Exemplar der Brille, die er als „Meilenstein für das industrielle Konstruieren“ bezeichnet. „Wir können mit ihr Bilder der realen Umgebung überlagern, also die Realität erweitern“, erläutert Ziebart. „Dadurch bekommt man den Eindruck, dass in der echten Umgebung Dinge schweben, die dort gar nicht sind.“ Das habe eher praktische Gründe: Wenn er auch die reale Umgebung wahrnehme, stoße er die Kaffeetasse nicht vom Tisch. „Vor allem aber sieht man die Tastatur. Die brauche ich, um das Potential der Brille zu nutzen“, erklärt Ziebart. Durch Integration in die CAD-Anwendung können mit der Brille nun virtuelle Einzelobjekte über reale Räume gelegt und in ihnen modifiziert werden, wie etwa die Seitenverkleidung des Druckers in dem Projekt der Studierenden. Das zeigt: „VR ist jetzt keine Einbahnstraße mehr“, stellt Ziebart heraus und erläutert: „Mit dieser Brille kann ich meine Maschinenbauteile nicht nur anschauen, sondern in Echtzeit daran arbeiten, sie für Berechnungen weiternutzen oder gleich die Fräse in der Maschinenhalle steuern.“ Die VR-Brille wird so vom reinen Betrachtungswerkzeug zum Konstruktionswerkzeug. Bild: P. Pollmeier/HSBI www.hsbi.de 42 DER KONSTRUKTEUR 2026 / ASB www.derkonstrukteur.de

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